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08.03.2016 
Weltfrauentag 2016

Seit etwa 100 Jahren ist der 8. März Weltfrauentag und erinnert an den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung. Es brauchte etliche Jahrzehnte bis er zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ernannt wurde. Was heute in unserem Land selbstverständlich ist, wurde im letzten Jahrhundert noch als Forderung aufbegehrender Frauen nach Sonderbehandlung angesehen. Dabei handelt es sich um grundlegende Menschenrechte!

Starke Frauen

Impression aus Kenia

Starke Frauen

Frauenförderung im Niger

Starke Frauen

Einkommensförderung in Kenia

Starke Frauen

J. Müller mit geflüchteten Frauen bei der Kinderbetreuung

Angesichts von weltweit 60 Millionen Menschen auf der Flucht hat dieses Thema eine bedrückende Wichtigkeit. 50 % der Flüchtenden sind laut UNO-Flüchtlingshilfe Frauen und Mädchen. Befanden sich im September unter den Menschen auf dem Weg in die EU noch etwa 13 Prozent Frauen – so Schätzungen des United Nations Population Fund (UNFPA) – sind es angesichts der Zuzugsbeschränkungen nach Mitteleuropa inzwischen deutlich mehr. Weltweit gesehen sind die Fluchtursachen immer ähnlich:

· Gewalt und Terror durch Kriege

· Verbunden damit die geschlechterspezifische Bedrohungen von Frauen und Kindern

· Entführungen und Vergewaltigungen

 

Zusätzlich bedrohen in vielen archaischen Strukturen Genitalverstümmelung, Ehrenmord und andere grausame „kulturelle“ Praktiken das Leben von Frauen.

In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es kaum Vorstellungen von den Horrorszenarien, die Frauen mit ihren kleinen Kindern in Fluchtsituationen erleiden:

In Camps gibt es kaum Möglichkeiten zu Hygiene und Rückzug.

 

Bei der Flucht über das Mittelmeer sitzen die Frauen in der Mitte der gefährlich schwankenden Boote, wo sich Brackwasser und Fäkalien sammeln. Rund fünf Prozent der Frauen sind schwanger. Welche Gefahren für Schwangere mit derart strapaziösen Reisen verbunden sind, ist selbsterklärend. Unzureichende Ernährung, gepaart mit der hohen Belastung, bedeutet höchste Gefahr für die Entwicklung der ungeborenen Kinder. Aus Scham und Angst, die Flucht der mitreisenden Familie zu gefährden, sowie aufgrund der Sprachbarrieren trauen sich die meisten Frauen kaum, nach ärztlichem Beistand zu verlangen…

 

Unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Jouhaina Müller, hat selbst arabische Wurzeln. Die arabische Kultur ist ihr vertraut. Sie hilft uns in der Betreuung von Frauen und Kindern in einigen Unterkünften für Geflüchtete im Raum Dortmund. In enger Zusammenarbeit mit den Organisatoren und Verantwortlichen der Einrichtungen spricht sie mit den Frauen und hilft ihnen, sich zu orientieren. Sie begleitet Frauen zu Ärzten, hilft einen Schulplatz für ihre Kinder zu bekommen und hat inzwischen zusammen mit den Frauen eine Kinderbetreuung organisiert und eingerichtet. Bei der Aktivität hat sich herausgestellt, dass einige Frauen Analphabeten sind. So hilft die Kinderbetreuung den helfenden Müttern gleichzeitig, durch Vor- und Nachsprechen wichtiger Sätze und Wörter Einstieg in die deutsche Sprache zu bekommen. Für andere Mütter bietet die Kinderbetreuung die Möglichkeit, ungestört an einem Sprachkurs teilzunehmen. Spracherwerb ist für die Frauen extrem wichtig, da sie für die Bildungschancen ihrer Kinder verantwortlich sind.

 

Entwicklungsunterstützung in den Ländern mit unsicheren Lebensbedingungen gehört zu den unverzichtbaren Präventionsmaßnahmen gegen Flucht. Dabei ist die Stärkung von Frauen wichtiger Bestandteil. Vielfach herrscht ein starkes Ungleichgewicht beim Zugang zu Bildung von Mädchen und Frauen. Die medizinische Versorgung von Frauen ist oft schlecht und die Ernährungssituation mangelhaft. Das gefährdet besonders die Frauen und ihre Kinder.

 

Frauen stehen daher bei Projekten zur Ernährungssicherung bevorzugt im Fokus, denn sie sind es, die das erworbene Wissen an die Kinder weitergeben. Sie sind fast immer verantwortlich für die Bildung und sind bereit jeden zusätzlich verdienten Cent dafür auszugeben. Wo immer es gelingt, Frauen zu stärken und das Zusammenspiel von „Brot, Gesundheit und Bildung“ gelingt, kann das Leben unzähliger Kinder geschützt werden. Die Bildungssituation insbesondere von Mädchen wird so verbessert und die Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen und politischen Leben gestärkt. Langfristig ist dies ein wichtiger Beitrag, Diskriminierung und Gewalt an Frauen zu reduzieren.