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15.11.2016 
Niger: Mit lokalen Produkten auf Erfolgstour

Die Marktstände in Niamey, der Hauptstadt des Niger, quellen über von Keksen, Milchpulver und Grießmischungen. Allesamt importierte Nahrungsmittel. Gleichzeitig haben lokale Kleinbauern kaum Zugang zum Markt, um ihre lokalen Produkte zu verkaufen. Im Kampf gegen Armut kommt der lokalen Produktion jedoch eine zentrale Bedeutung zu. Kleinbauern könnten reguläre Abnehmer für ihre Ernten finden und Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür setzt sich NAK-karitativ gemeinsam mit dem lokalen Partner CAPAN ein, einer landesweiten Vereinigung von Viehhaltern.

Mitglieder der Gruppe "Lait" (Milch)

Hintergrund

Im Jahr 2015 führte NAK-karitativ eine Studie durch, die zeigte, dass es eine große Anzahl von kleinen Betrieben gibt, die Rohmaterial, wie Tomaten und andere Ernteerzeugnisse, bearbeiten und somit eine Wertschöpfung erzielen. Einige der Kleinbetriebe haben im Vorfeld Ausbildungen erhalten und sich in kleinen Vertriebsgruppen zusammengeschlossen. Die Mehrheit jedoch konnte nicht auf Schulungen bauen. Das schlägt sich in den Erfolgszahlen nieder und führte sogar zur Insolvenz.

 

Gründe für den fehlenden Erfolg:

  • Den Produzenten fehlen Wissen und Erfahrungen im Handel,
  • Dadurch können sie ihre Produkte nicht bei großen Lebensmittelketten oder Supermärkten platzieren.Durch die fehlende Qualität der Verpackungen sind die Produkte nicht präsentabel.
  • Es fehlen Transportmöglichkeiten, um die Produkte zu den Verkaufsstellen zu bringen.
  • Es fehlt an Kapital, um Transportkosten zu finanzieren oder Verpackungen zu beschaffen.

 

Der Weg zum Erfolg

Drei ausgewählte Gruppen, bestehend aus 60 Personen, nehmen an dem Wertschöpfungs- und Vermarktungsprojekt teil. NAK-karitativ arbeitet bereits seit einigen Jahren mit den Gruppen zusammen. In den vergangenen Jahren haben diese ihre eigene Produktion von lokalen Produkten aufgebaut und erweitert.

  1. Die Gruppe „Lait“ produziert Tchoukou (Käsechips), Wagassi (Peulhkäse), Frischmilch und Joghurt.
  2. Die Produktpalette der Gruppe „Pluridisciplinaire“ umfasst Kekse aus Affenbrotfrucht, Sesam, Erdnüsse, getrocknete Chilischoten, Erdnusscrème, Kosmetikprodukte und Müslimischungen.
  3. Die Gruppe „complement alimentaire“ stellt Moringapulver her, das in flüssiger Form zum Direktverzehr aufbereitet wird.

Diese Produkte erfolgreich auf dem lokalen Markt zu positionieren ist das nächste Ziel.

 

Schritt 1: Verbesserung der Produktion

Jede der 3 Gruppen erhält eine auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Beratung. Dabei werden die Produktionsorganisation, die Preisfindung, der Vertrieb und das Marketing diskutiert. Monatliche Beratungstreffen ermöglichen einen regelmäßigen Austausch mit dem Berater. Je nach Bedarf werden Produktionsbedingungen und technische Ausstattung angepasst, Hygieneschulungen durchgeführt und geeignetes Verpackungsmaterials ausgewählt.

Ziel der Anpassungsprozesse ist es, den herrschenden Qualitätsstandards gerecht zu werden und eine Prüfung der Normeninstitute zu beantragen. Das Qualitätssiegel ist der erste große Schritt, um die eigenen Produkte in Supermärkten platzieren zu können.

 

Schritt 2: Vertriebsaufbau

Mit dem Qualitätssiegel öffnet sich der Markt für die Produkte der drei Gruppen. Vertriebspartner müssen nun gewonnen werden und die Auslieferung an die Partner organisiert werden. Das funktioniert über Kooperationen mit jungen Dispositionsunternehmen oder auch einzelnen Fahrern. Durch die Auftragsvergabe werden weitere Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Erste Abnehmer haben sich schon jetzt gefunden. Es handelt sich dabei ebenfalls um junge Unternehmen, die auf dem Vormarsch sind und zusammenhalten.

Um auch die Kompetenzen dieser jungen Unternehmen zu verbessern, werden diesen Verkaufsschulungen angeboten. Verkostungen in den kleinen Supermärkten sollen als Marketinginstrument eingesetzt werden, um die Menschen davon zu überzeugen, ihre lokalen Produkte zu kaufen.

 

Ziel: Zusammenhalt und Erfolg befördern

Die Förderung der Vermarktung und des Vertriebs verbessern die Einkommensverhältnisse von 60 Frauen, die in den drei benannten Gruppen organisiert sind. Darüber hinaus bekommen Jungunternehmer durch Verkauf und Vertrieb der Produkte bei Kooperationspartnern Planungssicherheit. Langfristig ist zu hoffen, dass die Bevölkerung das Potenzial in ihren lokalen Produkten heben kann und sich gegenseitig im Aufbau funktionierender Unternehmen unterstützt. Nur so kann die Armut in dem westafrikanischen Land bekämpft werden.

NAK-karitativ freut sich über Ihre Unterstützung unter dem Projekt-Kennwort „2016-010 Produktionsförderung Niger"

 

 

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