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02.11.2016 
Jonathan Zeuch als Freiwilliger in Sambia

Im September entsandte NAK-karitativ Jonathan Zeuch als Freiwilligen nach Sambia. Ein halbes Jahr wird er in der Partnerorganisation von NAK-karitativ NACRO (New Apostolic Church Relief Organization) als Freiwilliger mitarbeiten. Auszüge aus seinen Reisenotizen zeigen Jonathans ersten Erfahrungen und Eindrücke.

Hühner auf der Chibombo-Farm

Bau der Wohnunterkünfte

Baumaßnahmen Chibombo-Farm

Nshima

Mein Name ist Jonathan Zeuch, ich bin 25 Jahre alt und gerade in Lusaka, Sambia. Ich habe an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder Betriebswirtschaftslehre studiert. Als Freiwilliger habe ich nun die Chance für die nächsten sechs Monate eine neue Kultur kennen zu lernen und werde Erfahrungen in den gemeinsamen Projekten von NAK-karitativ und NACRO sammeln.

 

Mein Reise nach Sambia

Am 14.September 2016 verabschiedete ich mich von meiner Familie und meinen Freunden am Flughafen Berlin-Tegel. Mit Zwischenstopps in Frankfurt und Addis Abeba in Äthiopien erreichte ich nach rund 17 Stunden den Flughafen der sambischen Hauptstadt Lusaka. Als wir frei über das Flugfeld gehen durften, realisierte ich zum ersten Mal auf einem anderen Kontinent zu sein. In Europa ist das so nicht üblich. Die Passkontrolle und die Gepäckentgegennahme verliefen reibungslos. Draußen wartete Frank bereits auf mich, ein Mitarbeiter von NACRO. Gemeinsam fuhren wir zum Lima Garden, einem Gelände auf dem sich das Büro der Organisation, eine Werkstatt, eine Hostienbäckerei, eine Schneiderei, ein Konstruktionsbüro für Gebäude, eine angehende Wäscherei, eine Kirche und meine Wohnung für die kommenden Monate befinden.

 

Alltag in Sambia

Nach der Ankunft wurde ich den Kollegen vorgestellt und herzlich begrüßt. Nach einem ersten Einkauf wollte ich mir Essen kochen, mich duschen und erst einmal schlafen. In Sambia kommt es jedoch täglich zu Stromausfällen, weshalb mir das Essen und die Dusche untersagt blieben. Herzlich Willkommen in Sambia, dachte ich mir, du wolltest es ja so, das etwas andere Leben. Mittlerweile habe ich mich an die Stromausfälle gewöhnt, weiß ungefähr wann sie kommen und wie lange sie andauern. Dennoch ist es eine Umstellung, die mir bewusst gemacht hat, wie abhängig wir in Deutschland von Strom sind. In ländlichen Regionen kommt es noch zu viel längeren Ausfällen, da Sambia die Stromgewinnung zu 95% aus Wasser bezieht und die erzeugte Energie einfach nicht für das ganze Land ausreicht.

 

Meine ersten Eindrücke und Aufgaben

Am Tag darauf wurde ich vielen Leuten vorgestellt und das Gelände wurde mir gezeigt. Im Büro las ich mich in die Projekte ein. Mittags gingen wir mit allen Mitarbeitern zum Matebeto-Markt essen. Dort kam ich zum ersten Mal in den Genuss von Nshima, dem sambischen Nationalgericht. Mittlerweile esse ich das Gericht täglich.

Mit dem Start in die neue Woche wurde ich immer mehr an die Projekte und meine bevorstehenden Aufgaben herangeführt. Die ersten Kostenvoranschläge wurden ausgearbeitet, darauf folgte die Kostenrechnung zum Projekt Chibombo Farm. Die Farm ist gerade im Aufbau. Zunächst wird eine Hühner- und Schweinezucht aufgebaut und Gemüse angebaut. Nachdem ich mit den Zahlen vertraut war, fuhren wir am Mittwoch zur Farm und ich wurde dem sehr netten Team vorgestellt. Der Grundstein ist gelegt, auch wenn es noch viele Baustellen gibt. Aktuell wird ein zweites Haus für die Hühner gebaut, um auch in den Eier-Vertrieb einzusteigen. Dazu müssen die Wohnhäuser der Angestellten fertig gestellt werden. Ein weiteres Projekt, das dort gerade geschaffen wird, ist eine Produktionsstraße um pflanzliche Erzeugnisse weiter zu verarbeiten.

Den folgenden Tag starteten wir zu einem mehrtägigen Trip, um einige Meetings wahrzunehmen. Unser erstes Ziel war Livingstone, die Touristenhochburg Sambias, da dort die Victoriafälle sind. Der breite Wasserfall entspringt dem Sambesi und mündet in einer riesigen Schlucht zwischen Simbabwe und Sambia. Das atemberaubende UNESCO Weltnaturerbe wurde zu Ehren der damaligen britischen Königin Victoria benannt. Leider wird die Trockenperiode des Winters in den Wasserfällen widergespiegelt. Der eigentliche Grund der Reise war jedoch ein Meeting mit der Fallsway Fruit and Vegetable Processing Limited, ein potentieller Abnehmer der bald produzierten Tomatenpaste auf der Chibombo-Farm. Auf dem Rückweg von Livingstone hielten wir in Kalomo, um den Fortschritt einer geförderten Schule zu begutachten. Der erste Klassenraum wurde von der Gemeinde mit den von der NAC und NACRO bereitgestellten Materialien geschaffen. Jedoch fehlt noch der letzte Feinschliff, um das Projekt komplett fertig zu stellen.

Weiter ging es nach Choma. Dort besuchten wir die Frauen des Henwood Choma Womens Club. Die beiden dort arbeitenden Damen gaben uns einen Überblick über die laufenden Projekte. Die Frauen unterstützen seit langem Waisenkinder und finanzieren ihnen den Schulbesuch. Die Betreuerinnen der Kinder wurden in Geld Management trainiert, woraufhin ein selbstversorgendes Kreditsystem erstellt wurde. Dies hilft den Familien in Zukunft eigenständig für die Kinder zu sorgen. Zudem wurde eine Hühnerzucht aufgebaut. Die Gewinne fließen zurück in die sozialen Projekte des Henwood Choma Women Club. Beide Projekte laufen soweit sehr gut und versprechen eine ausbaufähige Zukunft.

Ich bin gespannt, was noch auf mich wartet in der kommenden Zeit.