Berichte

aus aller Welt

19.11.2015 
Welt-Toiletten-Tag: Leben retten durch Toiletten

Weltweit sterben mehr als 800.000 Menschen an den Folgen von Durchfallerkrankungen. Verunreinigtes Wasser und mangelhafter Zugang zu Sanitäranlagen sind die Ursachen. Die Vereinten Nationen erklärten vor 14 Jahren den 19. November zum Welt-Toiletten-Tag. Sein Ziel ist es, auf die Missstände und dramatischen Folgen dieser menschenunwürdigen Zustände aufmerksam zu machen und zum Handeln zu bewegen.

Welt-Toiletten-Tag 2015

Neue Toiletten in Ikomenie

Welt-Toiletten-Tag 2015

Neue Toiletten in Ikomenie

Welt-Toiletten-Tag 2015

Toilette mit Wasserspülung in Mutugu

Welt-Toiletten-Tag 2015

Toilette im Mukuru-Slum, Nairobi

Zugang zu Sanitäranlagen – Ein Menschenrecht

Der Zugang zu verbesserten Sanitäranlagen wurde im Jahr 2010 als Menschenrecht anerkannt. Doch noch immer sind es 946 Millionen Menschen, die ihre Notdurft im Freien verrichten müssen. Während in den städtischen Slums vermehrt auf die Flying Toilets zurückgegriffen wird, verrichten die Menschen in ländlichen Regionen ihre Notdurft in der Natur. Die fliegenden Toiletten sind nicht mehr als die in einer Tüte oder Zeitung verpackte Notdurft, die auf die Straße geworfen wird. Diese Art der Entledigung und Entsorgung stellt ein besonders hohes Risiko für Kinder dar, die tagtäglich zwischen den Bächen aus Kot, Urin und anderem Dreck spielen. In ländlichen Regionen können die Betroffenen sich in der Natur entledigen. Doch auch das birgt Risiken und ist besonders für Frauen und Mädchen eine Gefahr und ein menschenunwürdiger Zustand.

 

Toiletten für Grundschulen in Kenia

Täglich sind es 1.000 Kinder unter fünf Jahren, deren Leben durch sauberes Wasser und hygienische Toiletten gerettet werden kann. In diesem Jahr konnten wir an zwei Schulen in den Dörfern Ikomenie und Mutugu im Embu County in Kenia neue Sanitäranlagen für Schüler und Lehrer errichten. In Ikomenie konnten so genannte VIP-Latrinen (Ventilated Improved Latrines) gebaut werden, die durch eine spezielle Konstruktion eine Luftzirkulation ermöglichen. Durch die zusätzliche Lichteinstrahlung über eine Art Schornstein werden die Fliegen aus dem Toilettenhaus herausgelockt.

Die Grundschule in Mutugu ist an ein Wassernetz angeschlossen, was den Bau der verbesserten Toiletten mit Wasserspülung möglich machte. Zusätzlich zu diesen Anlagen wurden VIP-Latrinen gebaut, da auf die Wasserversorgung nicht immer Verlass ist.

Das Bauprojekt wurde begleitet von Hygieneschulungen für die über 700 Schüler. Der Hinweis auf die Wichtigkeit des Händewaschens wurde als Malerei auf den Toilettenhäusern verewigt. So werden die Kinder immer wieder an das richtige Hygieneverhalten erinnert. Die bunten Darstellungen sollen zudem bei den Menschen in der Umgebung Aufmerksamkeit erregen und verständlich für diejenigen sein, die nicht lesen können.

 

Nachhaltigkeit durch Zugang zu Wasser

Zu Beginn des Projektes hat sich bereits gezeigt, dass der Zugang zu Wasser in der Ikomenie-Schule nur sehr eingeschränkt vorhanden ist. Das hat Auswirkungen auf die Hygienesituation und das übergreifende Projektziel, einer verbesserten Gesundheitssituation. Für das kommende Jahr ist daher der Anschluss der Schule an das Wassernetz des Tana-Flusses geplant. Für das Vorhaben werden Leitungen von dem Fluss zur Schule verlegt und Wasser in einem Hochtank bevorratet. Die Wasserbeförderung erfolgt mittels einer solarbetriebenen Pumpe. Ein Filtersystem sorgt für die Reinigung.

 

Wir sind dankbar für Ihre Unterstützung unter den Stichworten:

“2015020 Wasserversorgung Schulen Ostkenia“ oder

“2014007 Sanitäranlagen Schulen“

 

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