Berichte

aus aller Welt

18.12.2015 
Flüchtlingshilfe in Serbien. NAK-karitativ vor Ort.

Die Grenzschließung Ungarns am 15. September 2015 hat die Flüchtlingssituation auf dem Balkan nochmals verschärft und die Brennpunkte der Flüchtlingskrise haben sich verlagert. Besonders in Serbien hat sich die Zahl der Flüchtlinge dramatisch erhöht. Im Oktober kamen durchschnittlich 7.500 Flüchtlinge pro Tag über Mazedonien und Bulgarien in das Land, um über Kroatien weiter nach Slowenien und Österreich bis nach Deutschland zu reisen. Gemeinsam mit unserem Partner Help – Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen wir seit September die Nahrungsmittelverteilung an mehreren Orten in Serbien. Zurzeit steht die Hilfe in der Grenzregion zu Kroatien im Fokus, die wir besuchten.

fluechtlingshilfe

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Anlieferung der Nahrungsmittelpakete

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Mitarbeiter von Help und NAK-karitativ

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Fotos: Help/Sasa Bordevic

Ausnahmesituation an der Grenze zu Kroatien

„Das Schwierigste ist, dass wir kaum etwas planen können. Man weiß nie genau wie viele Flüchtlinge bei uns ankommen. Auch die Route kann sich plötzlich durch veränderte Wetterbedingungen oder politische Einflüsse ändern. Grenzen werden geschlossen und die Menschen suchen sich einen anderen Weg“, erzählt der Leiter des Roten Kreuzes in Šid. Ein Vergleich zu dem Balkan-Hochwasser im Mai letzten Jahres liegt ihm nicht fern. Die Situation sei ähnlich. Das Wasser sei ebenso wenig aufzuhalten gewesen, wie die vielen Menschen, die sich auf der Flucht befinden. Kein Zaun könne sie aufhalten. Die Situation in der Stadt Šid, die sich in dem gleichnamigen Bezirk an der Grenze zu Kroatien befindet, sieht man seit September sehr deutlich. Teilweise kamen 9.000 Flüchtende an einem einzigen Tag in die 17.000-Einwohner-Stadt. Das Hochwasser im letzten Jahr hat heute auch etwas Gutes. Das Rote Kreuz in Šid konnte sich schnell organisieren und auf ehrenamtliche Helfer zurückgreifen, die sich bereits im letzten Jahr zusammengefunden haben und für uns Nahrungsmittel- und Hygienepakte verteilen.

 

Versorgung der Flüchtlinge

Die Menschen kommen müde, hungrig und mit verwundeten Füßen an den Registrierstellen und den Notunterkünften an. Auch wenn es auf der Hauptroute Griechenland-Mazedonien-Serbien-Kroatien-Österreich-Slowenien-Deutschland mittlerweile einige Möglichkeiten gibt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den nächsten Stationen zu reisen, haben viele Menschen einen beschwerlichen Weg zu Fuß hinter sich, um überhaupt bis dorthin zu gelangen. Neben einer kleinen Tasche und den wenigen Habseligkeiten bringt jeder seine eigene Geschichte mit. Manche erzählen von Misshandlungen, die ihnen auf ihrem Weg wiederfahren sind, andere von Familienmitgliedern, die auf der Reise oder noch in der Heimat ums Leben gekommen sind, viele schweigen und sind froh, eine Etappe weiter gekommen zu sein. Manche hatten genügend Zeit, um ihre Sachen zu packen und haben den Aufbruch planen können, andere flohen kurzfristig weil Terrorgruppen oder Milizen in der Nähe ihres Zuhauses einmarschierten. Manche reisen alleine, während andere gemeinsam mit ihrer Familie kommen.

Zusammen mit unseren Partnern haben wir in Serbien dafür gesorgt, dass über 66.000 Nahrungsmittelpakete, fast 43.000 Hygienepakete und 7.000 Winterpakete, die regenfeste Kleidung und isothermen Decken, Socken und eine regenfeste Tasche enthalten, verteilt wurden. Die Maßnahmen werden durch unsere Eigenbeteiligung vom Auswärtigen Amt kofinanziert. Die Verteilung erfolgt in Kooperation mit dem Roten Kreuz Serbien unter der Aufsicht unseres implementierenden Partners Help.


Spenden erbeten wir unter dem Stichwort "2015018 Flüchtlingshilfe"

 

Bank für Sozialwirtschaft

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Commerzbank AG, Dortmund

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