Berichte

aus aller Welt

09.02.2016 
Flüchtlingshilfe Wuppertal: Perspektiven durch Bildung

Am 2. Februar wurden am Bergischen Kolleg in Wuppertal zwei „Interkulturelle Klassen“ für 40 Flüchtlinge und Zuwanderer eröffnet. Ein Jahr lang lernen die Schüler in den gesonderten Klassen Deutsch, Englisch, Mathe und Gemeinschaftskunde. Zudem können sie zwischen den Fächern Sport und Kunst wählen. Ein ergänzendes Freizeit- und Beratungsangebot bietet den jungen Flüchtlingen unter sozialpädagogischer Anleitung zusätzlich Orientierung.

Bildung für Flüchtlinge

Empfang in der Aula mit den Paten

Bildung für Flüchtlinge

Im Klassenraum

Bildung für Flüchtlinge

Im Klassenraum

Raus aus dem trägen Alltag

Unter den in den letzten Jahren in Deutschland angekommenen Flüchtlingen befinden sich zahlreiche junge Menschen, die alleine nach Deutschland gekommen sind. Sie sind geflohen vor Kriegen, Diskriminierung, Arbeitslosigkeit, Hunger und Gewalt, in der Hoffnung in Deutschland eine neue Chance zu bekommen. Ihre Heimat liegt in Syrien, im Irak, in Eritrea, in Somalia oder auch Afghanistan. Ihr Bildungsstand ist schwer nachweisbar. Zeugnisse haben sie nicht mitgebracht, ihr neuer Geburtstag ist oftmals der gleiche, ihre Papiere sind nicht da.

Kriege, Hunger und Armut machen Angst. Ein neues Land macht Angst. Orientierungslos zu sein macht Angst. Sich nicht verständigen zu können macht Angst. Warten macht müde. Eine fehlende Arbeitserlaubnis macht träge. Der Verlust der Familie und der Heimat macht traurig. Die gesamte Situation macht wütend und ohnmächtig. Davor müssen besonders junge Menschen geschützt werden. Sie brauchen eine Perspektive und eine neue Aufgabe, damit sie ihren Mut und ihre Motivation nicht verlieren.

 

Die Idee: Bildung, Freizeit & Co

40 junge Flüchtlinge werden für ein Jahr lang in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Gemeinschaftskunde sowie Kunst und Sport nach Wahl unterrichtet. Die Finanzierung dafür erfolgt von staatlicher Seite. Wir organisieren und finanzieren ein ergänzendes sozialpädagogisches Freizeit- und Beratungsangebot neben dem Lehrplan. Das Konzept dafür wird von einem beauftragten Sozialarbeiter entwickelt und umgesetzt. Neben Sportaktivitäten, die besonders den jungen Männern eine Ausgleichsmöglichkeit geben, ist die Erledigung von alltäglichen Dingen Teil des Angebots. Im Schulunterricht erworbene Sprachkenntnisse werden dabei angewendet. Die Erkundung von Einkaufsläden und der Kauf von Bahntickets stehen ebenso auf dem Programm wie die Besorgung von Schulmaterialien. Bedarfsorientierte Aktivitäten, besonders auch für die teilnehmenden Frauen, befinden sich derzeit in Planung. Der beauftragte Sozialarbeiter steht den jungen Menschen zudem als Ansprechpartner und Vertrauensperson zur Seite.

Wir hoffen durch das kombinierte Projekt eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, sodass einige der Schüler nach dem Orientierungsjahr in die regulären Klassen integriert werden können mit dem Ziel ihr Abitur zu absolvieren. Zunächst ist es uns jedoch wichtig, dass die jungen Menschen eine Aufgabe haben und einen Platz in ihrem neuen sozialen Umfeld finden.

Wir werden weiter über die Fortschritte des Projektes berichten und hoffen auf Ihre Unterstützung, die es uns ermöglicht jungen Flüchtlingen eine Perspektive zu geben.

 

Wir danken dem Bergischen Kolleg an dieser Stelle herzlich für die tolle Zusammenarbeit.

 

Bank für Sozialwirtschaft

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Commerzbank AG, Dortmund

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Spenden erbeten wir unter dem Stichwort „Flüchtlingshilfe“.