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01.02.2017 
Burkina Faso: Schweinehaltung verspricht Erfolg

Der Erfolg einer Schweinehaltung in einem muslimisch geprägten Land, wie es Burkina Faso ist, klingt zunächst wenig erfolgsversprechend. Schaut man in das Nachbarland Benin erklärt sich jedoch die hohe Nachfrage an Schweinefleisch, wobei diese auch in Burkina Faso gestiegen ist.

Getreidemühle

Stallbau

Fertiger Schweinestall

Die ersten Ferkel sind da

Schweinehaltung wird zunehmend attraktiver

Bobo Dioulasso, die zweitgrößte Stadt von Burkina Faso mit 450.000 Einwohnern, ist ca. 60 Kilometer von der Grenze zu Benin entfernt. Dort leben die 150 Begünstigten des Schweinehaltungsprojekts von NAK-karitativ in den Dörfern Koumi, Kokorowe, Kongogbe, Logofourso und Darsalami. „Auf dem Weg zu den Schweinställen fährt man an zahlreichen offenen Garküchen entlang, in denen die Schweine gegrillt werden. Der Betrieb vor diesen kleinen Restaurantküchen war ziemlich groß und wirkt für unser Projekt vielversprechend“, erzählt Projektkoordinator von NAK-karitativ Martin Petzoldt.

 

Stallbau nimmt Form an

Einige Gruppen sind bereits mit den Bauarbeiten des Schweinestalls fertig und den ersten Wurf hat es auch gegeben. „Der Transport von Steinen, Sand und Wasser zur Herstellung von Zement wird als Selbstbeteiligung der Gruppenmitglieder geleistet. Auch die Häuser für die Mühlen wurden von den Gruppemitgliedern selbst gebaut“, erklärt Martin Petzoldt. Der Stall hingegen wird von Profis gebaut und die ersten 5 trächtigen Muttersauen sowie ein Eber werden ebenfalls als Start-up von NAK-karitativ beschafft.

 

Mühle, Erfrischungsgetränk und Futtermittel

Ergänzend zu den direkten Maßnahmen für den Aufbau der Schweinezucht, erhält jede Gruppe eine Mühle. Die Unterstellhäuser dafür haben die Begünstigten schon selbst errichtet. Frauen aus der Umgebung können so ihr Getreide in unmittelbarer Nähe mahlen. Sechs Frauen werden zudem in der Doloherstellung ausgebildet. Dolo ist ein lokales Erfrischungsgetränk, das aus Hirse hergestellt wird. Der anfallende Treber wiederum für die Ernährung der Schweine genutzt, der 30 Prozent der Schweinediät ausmacht. Die Kosten für die Futtermittelbeschaffung werden dadurch gesenkt.

 

Stand der Schulungen für die Schweinehalter

Das nationale Beratungsinstitut für Tierhaltung und Agrarforschung INERA hat die Schulungen zu Fragen der Stallhygiene, zur Wartung der Mühlen und zur Lagerung von Futtermitteln abgehalten. Jede Gruppe hat drei Personen ausgewählt, die an den Schulungen teilgenommen haben. Diese Personen kümmern sich schwerpunktmäßig um die Versorgung und Zucht der Schweine. Dafür erhalten sie eine Entlohnung von der Gruppe.

 

Aussichten

Nach derzeitigem Stand sollten bis Mitte 2017 an die 100 verkaufsfertige Tiere gezüchtet sein. Der Verkaufspreis pro Kilogramm Lebendgewicht schwankt zwischen 3,50 Euro und 4,20 Euro. Somit kann ein maximaler Verkaufserlös von bis zu 210 Euro pro Tier erzielt werden.

Der Erlös fließt in eine Gruppenkasse, aus der sich die Mitglieder Kredite auszahlen können. Das Geld sollen sie in existenzsichernde Projekte reinvestieren. „Beliebt sind die Investition in Saatgut und Geflügel, um die landwirtschaftlichen Aktivitäten voran zu treiben. Auch der Verkauf von Keksen ist lukrativ. Mit Bezug auf die Schweinhaltung liegt der Aufbau einer Garküche ebenfalls nahe“, erklärt Martin Petzoldt.

Die Schweinehaltung trägt so dazu bei, in kleinbäuerlichen Betrieben Westafrikas eine nachhaltige Steigerung des Einkommens herbeizuführen.

 

Projekt-Kennwort: "2016-009 Schweinhaltung Burkina Faso"