Berichte

aus aller Welt

23.05.2016 
Kenia: Damenbinden-Herstellung in Machakos County

Im Durchschnitt verpassen Mädchen aus armen Familien in unterentwickelten Ländern zwei bis drei Schultage pro Monat. Grund dafür sind fehlende Schutzmöglichkeiten während ihrer Menstruationsphase. Ihre Familien können sich die konventionellen Damenbinden nicht leisten. Auch die erwachsenen Frauen leiden unter dem mangelhaften Zugang zu Hygieneeinlagen. Die Folge: Sie ziehen sich während ihrer Periode aus dem öffentlichen Leben zurück und können ihren Einkommensmöglichkeiten nicht nachgehen. Die Einrichtung einer Produktionsstätte für wiederverwendbare Hygieneeinlagen soll die Situation der Frauen und Mädchen verbessern. Es wird eine kostengünstige und zudem umweltschonende Alternative zu den konventionellen Binden geschaffen, mit dem Ziel, dass Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Damenbinden Kenia

Junge Frauen in der Schule

Damenbinden Kenia

Frauen verkaufen Produkte am Straßenrand

Damenbinden Kenia

Wiederverwendbar Damenbinden

Menstruation: Das Stigma von Frauen und Mädchen

75 Prozent der Frauen in der Region Machakos in Kenia können sich keine konventionellen Binden leisten. Ihr weniges Geld investieren sie in Nahrungsmittel für ihre Kinder und Ehemänner. Meist ist es ist die Frau, die das Brot für die Familie verdienen muss. Sie ist es, die auf dem Feld arbeitet. Sie verkauft die wenigen Produkte, die sie aus dem eigenen Anbau erntet, am Straßenrand für ein paar Cent am Tag. Die Menstruationsphase der Frau ist damit ein wirtschaftlicher Verlust für viele bedürftige Familien. Jeder Tag zählt, an dem die Frau Einkommen erzielt. Das ist ihr während der Menstruationsphase nicht möglich. Ihr fehlt der sichere und hygienische Schutz, um sorgenlos das Haus verlasse zu können. Im Schnitt braucht eine Frau eine Packung konventionelle Binden pro Monat, die vor Ort 1,50 Euro kostet. Das sind 18 Euro im Jahr. Je nachdem wie viele Frauen und Mädchen in dem Haushalt leben, ist es für die Familien unmöglich diese Summe aufzubringen. Als Alternative nutzen die Frauen und ihre Töchter alte Kleidung. Das ist zum einen unhygienisch und bietet zum anderen keinen ausreichenden Schutz. Die Betroffenen ziehen sich zurück, schämen sich auf die Straße und in die Schule zu gehen, aus Angst jemand könnte etwas bemerken, sehen und sie vielleicht sogar auslachen. Mädchen täuschen oft Kopf- und Bauchschmerzen vor, um zu Hause bleiben zu können. Offen über ihr „Problem“ sprechen sie selten.

 

Wiederverwendbare Hygieneeinlagen als Alternative

5,50 Euro statt 18 Euro kosten die wiederverwendbaren Hygieneeinlagen pro Jahr und damit nur Rund ein Drittel so viel wie konventionelle Binden. Ziel ist es, durch den Aufbau einer Produktionsstätte von wiederverwendbaren Damenbinden die Hygienesituation von Frauen und Mädchen zu verbessen und ihnen ein selbstbestimmtest Leben zu ermöglichen. Zudem schaffen die Produktionsstätte und der Vertrieb zusätzliche Arbeitsplätze für die Frauen in Machakos.

 

Das funktioniert durch…

  1. den Aufbau einer Produktionsstätte. Dafür wird ein Gebäude angemietet und die Ausstattung mit Nähmaschinen, Pressen, Schneidemaschinen sowie kleinerem Equipment, wie Scheren, Metermaßbändern, den Rohmaterialien und vielem mehr finanziert.
  2. die Identifikation und Schulung von 9 Studenten der Kangondi Youth Politechnic School, die dort ihre Ausbildung zur Schneiderin absolvieren. Sie werden in der Produktion eingesetzt.
  3. die Identifikation und Schulung von 7 Frauen als Social Entrepreneurs für den Verkauf der Binden. Sie erwerben die Binden zu einem niedrigen Preis und verkaufen sie zu einem etwas höheren Preis an den Endverbraucher. Dadurch erzielen sie Einkommen.
  4. Marketingaktivitäten zur Bekanntmachung der Marke „Sixty-Day Comfort“, unter der die Hygieneeinlagen vertrieben werden.
  5. die Anstellung eines Produktions- und Marketingmanagers zur Organisation und Aufsicht der Abläufe.
  6. Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung für die Wichtigkeit und die Verwendung von Hygieneeinlagen in Schulen und Frauengruppen.
  7. die enge Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium vor Ort.

 

Die Wirkung von Sixty-Day Comfort

Die direkten Projektziele sind, Damenbinden für jeden bezahlbar zu machen und das Thema „Menstruation“ durch Aufklärungsarbeit zu enttabuisieren. Mädchen und Frauen sollen lernen, das Thema zu kommunizieren und für ihre Rechte einzustehen. Diese beiden Ansätze führen langfristig dazu, dass die Schulausfälle von Mädchen in der Region Machakos, die diesen speziellen Umständen zugrunde liegen, drastisch reduziert werden. Frauen sollen davor bewahrt werden, Ausfälle in ihrer Einkommensgenerierung einzubüßen, weil sie sich nicht aus den eigenen vier Wänden wagen. Sind diese Ziele erreicht werden sich die verbesserten Umstände positiv auf das Selbstbewusstsein durch Selbstbestimmung bei den Frauen und Mädchen auswirken. Als positive Nebenwirkung zeichnen sich die wiederverwendbaren Einlagen als besonders umweltschonend aus. Das Material ist biologisch abbaubar und die Produktion selbst ist ressourcenschonend.

 

Wir sind dankbar für jede Spende, die uns die Finanzierung des Projektes ermöglicht.

 

Projektkennwort: „2016-002 Hygieneentwicklung Ostkenia“

 

Bank für Sozialwirtschaft

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