Berichte

aus aller Welt

29.06.2015 
Simbabwe: Schnelle Hilfe und nachhaltige Unterstützung

Die kleine Hütte von Kenetiwa Chiwa und ihrer Familie hatte den tagelangen heftigen Regenfällen irgendwann nicht mehr standgehalten und war zusammen mit den wenigen Habseligkeiten von den Fluten davongespült worden. Ein Unglück, das zahlreichen Familien in Simbabwe alljährlich zur Regenzeit widerfährt – und nur eines von vielen, das Menschen in eine Notsituation bringt, die sie aus eigener Kraft nicht bewältigen können.

Wasserversorgunf für die Caledonia Clinic

Caledonia Clinic - Wasser zum Hände waschen

Notunterkunft nach Regenfällen

Ein neues Haus für Kenetiwa

Während die Cholera-Epidemie im Jahre 2009 noch weltweit für Schlagzeilen sorgte und sich NAK-karitativ zum ersten Mal mit der Welthungerhilfe in Simbabwe engagiert, ereignen sich in dem politisch und wirtschaftlich instabilen Land immer wieder Katastrophen, die nicht die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf sich ziehen. Meist trifft es dabei die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Ohnehin leben über 70 Prozent der Bevölkerung Simbabwes unterhalb der Armutsgrenze, da ist es nur ein schmaler Grat, ob und wie das Leben weitergeht.

Mit dem zweiten flexiblen Nothilfefonds seit 2012 unterstützt NAK-karitativ mit der Welthungerhilfe weiterhin Menschen, die von einer Naturkatastrophe, Epidemie oder einer vom Menschen selbst verursachten Katastrophe betroffen sind. In Kooperation mit der Welthungerhilfe sowie lokalen Partnerorganisationen wurden in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Maßnahmen erfolgreich durchgeführt und so manches Leid konnte recht schnell gelindert werden. Die Notlagen der Betroffenen sind dabei individuell verschieden: Um Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Krankheit zu überbrücken, erhalten Bedürftige beispielsweise Lebensmittelspenden. Hingegen benötigen die Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt vor allem sichere Zufluchtsorte und medizinische Hilfe.

Infolge der schlechten Versorgung mit sauberem Trinkwasser und einer unsicheren Abwasserentsorgung treten in Simbabwe regelmäßig Durchfallepidemien auf, aktuell wurden im Süden des Landes erneut Cholera-Erkrankungen bestätigt. Damit sich diese nicht ausbreiten, gilt es, darauf umgehend zu reagieren: mit verstärkter Hygieneförderung und der Reparatur defekter Brunnenanlagen. Doch nicht nur in Privathaushalten ist sauberes Wasser knapp, auch öffentliche Einrichtungen leiden unter dem Wassermangel. Im vergangenen Jahr ist es endlich gelungen, die Versorgung der Caledonia- und der Epworth-Klinik mittels hauseigener Brunnen zu gewährleisten.

Über ihren mit einer Solarwasserpumpe betriebenen Brunnen freuen sich auch die kleinen Bewohner der Kinderheims St. Agnes in Gokwe. Eine Maßnahme, die wesentlich dazu beigetragen hat, das Hygieneverhalten der Kinder zu verbessern und durch Wasser übertragene Krankheiten zu reduzieren. Darüber hinaus ist es nun möglich, mehr Obst und Gemüse anzubauen sowie eine Geflügelzucht zu betreiben. Die frischen Erzeugnisse aus dem Hausgarten sorgen für eine gesündere Ernährung und Abwechslung auf dem Speiseplan, gleichzeitig lässt sich mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Eiern und Brathähnchen das Heim finanzieren.

Dank der Zuwendung aus dem Nothilfefonds von NAK-karitativ haben Kenetiwa Chiwa und ihre Familie, ebenso wie zahlreiche weitere Opfer der Sturzfluten, inzwischen wieder ein Dach über dem Kopf: Ein solide gemauertes Häuschen, das noch viele Regenzeiten überstehen wird.

Bericht und Fotos: Deutsche Welthungerhilfe e.V.