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17.04.2015 
Wiederaufbau: NAK-karitativ nach Vulkanausbruch von „Pico do Fogo“ auf den Kapverden

Ein vier Kilometer langer Steinteppich mit einer Höhe von bis zu vier Metern, hat Wohnhäuser, Kirchen und Schulen eingeschlossen. Nur die herausragenden Dächer lassen erahnen, dass vor vier Monaten noch ein belebtes Dorf an dieser Stelle stand, in dem die Menschen ihrer Arbeit auf den Feldern und Weinanbauflächen nachgingen.

Pico do Fogo nach dem Ausbruch

Pico do Fogo nach dem Ausbruch

Von Lava verschlungenes Dorf

Von Lava verschlungenes Dorf

Zerstörtes Weingut

Zerstörtes Weingut

Das Gebäude der Weinkellerei ist zerstört. Die Paletten mit den Glasflaschen sind in der Hitze zerbrochen. Eine verbrannte LKW-Fahrerkabine ist nur noch als Skulptur übriggeblieben. Die Straße die durch die Caldeira (der Kessel) zu den beiden Orten Portela und Bangilera führte, ist zerstört und es gibt nur noch zwei Einbahnstraße, die aus der Hochfläche am Fuße des Vulkankegels heraus führen oder eben hinein.

Nach dem heftigen Vulkanausbruch am 23. November 2014 konnten Apostel António Semedo, Bischof Santos und Ältester Barnabas von der Neuapostolischen Kirche auf den Kapverden, durch finanzielle Unterstützung von NAK-karitativ schnell Nothilfe leisten. Mittlerweile hat sich der Vulkan wieder beruhigt, was am 7. März offiziell bekannt gegeben wurde. Das ermöglicht nun den Beginn der Wiederaufbauarbeiten.

In Achada Forna treffen Bischof Santos und Martin Petzoldt, Projektkoordinator von NAK-karitativ, die 29-jährige Tudhina vor ihrem Zelt, das seit dem Vulkanausbruch ihr neues Zuhause ist. Sie ist gerade dabei die Wäsche für ihren Sechs-Personen-Haushalt in einem riesigen Waschzuber zu waschen. Ihr 31-jähriger Ehemann Secarus ist derzeit in der Hauptstadt Sao Felipe auf Arbeitssuche. „Unser gesamtes Ackerland ist unter dem Lavastrom begraben. Durch den Erlass des Schulgeldes, können unsere Kinder wieder die Schule besuchen. Das ist wichtig für sie. Das Schulgeld bekommen wir noch erlassen und müssen nur Stifte und Hefte selbst kaufen“, erzählt die vierfache Mutter. Ihre jüngste Tochter ist gerade einmal zehn Monate alt und krank. Tudhina erzählt, dass sie seit November keine Früchte mehr gegessen haben. Von der Stadtverwaltung bekommen sie allerdings alle zwei Wochen eine Lebensmittelration aus Reis, Mehl, Bohnen, Öl, Spaghetti, Zucker und Salz. Dennoch fehlt eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung. Die größte Hoffnung der Familie ist, dass sie schon bald wieder in ein richtiges Zuhause mit Licht und Badezimmer ziehen können und dass Secarus schnell einen Job findet.

NAK-karitativ plant die Wiederaufbereitung von ehemaligen Nothäusern, die bereits in den neunziger Jahren nach dem letzten Vulkanausbruch von Organisationen und Regierungen gebaut wurden. Nachdem sich der Vulkan 1995 beruhigt hatte, verließen die Menschen ihre Notunterkünfte und gingen zurück in die Caldeira. Im Gegensatz zu dem jüngsten Ausbruch, wurden damals keine Felder und Dauerkulturen zerstört, sodass die Menschen ihrer Arbeit auf dem gewohnten Grund und Boden wieder nachgehen konnten. Diese Möglichkeit bleibt ihnen dieses Mal verwehrt, denn ihre Felder liegen nun unter einem gigantischen Teppich aus Lavagestein. NAK-karitativ plant derzeit die Sanierung und den Umbau von zunächst 20 Nothäusern zu angemessenen Wohnhäusern mit Sanitäreinrichtungen, Kochstellen und Anschluss an das Wassernetz.

Wir sind dankbar für Ihre Unterstützung, um den Menschen wieder ein Zuhause schenken zu können.

 

Projektdaten

2014-019 "Nothilfe Cabo Verde"

 

Spendenkonto

Commerzbank AG, Dortmund

IBAN: DE35 4408 0050 0104 0145 00

BIC: DRESDEFF44