Berichte

aus aller Welt

08.06.2015 
Bosnien und Herzegowina: Förderung für Menschen mit einer Behinderung

Das Gefühl von der Gesellschaft nicht gewollt zu sein, ausgegrenzt zu sein oder erst gar nicht gesehen zu werden stellt eine große psychische Belastung für viele Menschen mit einer Behinderung dar. Die Perspektive auf eine Arbeitsstelle, die Möglichkeit sich mit anderen Menschen auszutauschen und uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen fehlen oft vollkommen. Manche Betroffene haben das Glück, zumindest eine Familie zu haben, die ihnen Rückhalt gibt und sie gleichwertig behandelt. Andere stehen alleine in einer Welt, die sie ausgrenzt.

Einladung zur Informationsversanstaltung

In Bosnien und Herzegowina leben 400.000 Menschen mit einer Behinderung, die Dunkelziffer ist weitaus höher. Die soziale Unterstützung ist minimal, ein selbständiges Leben bereits aus finanzieller Sicht ausgeschlossen, denn die staatliche Bezuschussung ist mehr als gering. Eine Arbeitsstelle in einem Land zu finden, das eine Arbeitslosenquote von 50 Prozent aufweist, ist für die Betroffenen fast utopisch.

Gemeinsam mit Help – Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt NAK-karitativ zunächst 30 Menschen im Kanton Sarajevo mit einer körperlichen Behinderung durch berufliche Förderung. Ziel ist es, den Menschen zu einem möglichst selbstbestimmten Leben zu verhelfen und ihre Anerkennung in der Gesellschaft zu fördern. Bereits zu Beginn des Projektes wurde die Selbstbestimmung in den Vordergrund gestellt. Betroffene konnten sich auf das Projekt bei unserem Partner Help –Hilfe zur Selbsthilfe in Sarajevo bewerben und ihren Berufswunsch äußern.

Acht blinde Menschen wollen als Masseure arbeiten, einige Menschen mit einer Störung des Nervensystems sind bereits landwirtschaftlich aktiv und benötigen zusätzliches Equipment, um ihre Produktion zu erweitern. Auch die Nachfrage nach IT-Kursen ist sehr hoch. Im handwerklichen Bereich kennen die Wünsche und Bedürfnisse keine Grenzen. Von der Kerzenproduktion bis hin zum Nähen von Taschen ist alles vertreten. 30 Begünstigte wurden bereits für das Projekt ausgewählt. Ihre Behinderungen sind meist körperlicher Natur. Die Ausnahme bildet ein Bewerber mit Down-Syndrom (Trisomie 21).

Das Pilotprojekt wird im Dezember durch ein kleines Event ergänzt, bei der die Projektteilnehmer ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen können und die Chance auf mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft erhalten werden. Die Teilnahme daran ist freiwillig und findet in Kooperation mit anderen Organisationen statt, die sich für die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit einer Behinderung einsetzen. Aufhänger für diesen besonderen Tag soll der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember sein.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung, die es ermöglicht, Menschen mit einer Behinderung zu mehr Anerkennung und Sichtbarkeit zu verhelfen.

 

Stichwort:

2014-021 Förderung von Menschen mit Behinderung

 

Spendenkonto

Commerzbank AG, Dortmund

BIC: DRESDEFF440

IBAN: DE35 4408 0050 0104 0145 00

 

ODER

 

Bank für Sozialwirtschaft

BIC: BFSWDE33XXX

IBAN: DE96 3702 0500 0013 1415 16