Berichte

aus aller Welt

05.03.2015 
Sesam: Eine Chance für Kleinfarmer in Burkina Faso

Immer kürzere Regenzeiten, weit entfernte Wasserstellen und fehlende Anbaumaterialien erschweren den Kleinfarmern in Burkina Faso die Bestellung ihrer Felder. Mit dem Beginn der ersten Regenfälle müssen sie schnell handeln. Die ganze Familie hilft mit - auch die Kinder. Das Überleben für die nächste Saison muss gesichert werden.

Esel und Eqipment

Esel und Equipment

Sesamlager

Sesamlager

Mme Yonli

Mme Yonli und das Fahrrad

Seit einem Jahr unterstützt NAK-karitativ 115 Kleinfarmer in Burkina Faso dabei, ihren Sesamanbau zu verbessern. Das Potenzial der Kulturpflanze sowie nachhaltige Anbaumethoden werden durch praxisnahe Trainingseinheiten erfahrbar gemacht. Die Verwaltung eines eingerichteten Fonds und die Bereitstellung eines Lagerraums integrieren die teilnehmenden Gruppen von Beginn an in die Abwicklung von Vermarktungsprozessen.

 

Wie Sesam Madame Yonlis Leben verbessert

Früher bedeutete die Feldbearbeitung für Elisabeth Yonli mehrere Tage harte Arbeit und Zeitdruck. Gemeinsam mit anderen Projektbegünstigten teilt sie sich heute einen Esel und einen Pflug. Das bedeutet eine enorme Entlastung und Zeitgewinn. Innerhalb eines Tages können 500 m² Land gepflügt werden und das ohne harte Knochenarbeit. Nicht nur die Erwachsenen werden entlastet, sondern auch die Kinder. Sie müssen sich neben der Schule nicht mehr um die Feldarbeit kümmern. Die verbesserten Arbeitsbedingungen ermöglichen den Familien, mehr Land als zuvor anzubauen. Höhere Ernteerträge und ein verbessertes Einkommen sind das Resultat.

Neben Esel und Pflug hat NAK-karitativ den Projektteilnehmern tragbare Wasserpumpen und Siebe zur Bearbeitung der wertvollen Sesamkörner zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde ein Fonds eingerichtet, über den die Ernteerträge direkt von den Kleinbauern angekauft werden können. Sobald der Marktpreis gewinnbringend ist, wird der gelagerte Sesam weiter verkauft. Von dem Gewinn profitieren die Sesam-Produzenten in der nächsten Saison. Es können zukünftig größere Mengen angekauft werden und Anschaffungen finanziert werden.

„Ich habe endlich einen sicheren Abnehmer für meine Ernte. Ich erhalte mehr Geld, mit dem ich meine Familie versorgen kann. Nach der Ernte können wir nicht warten bis die Gewinnmöglichkeiten höher sind. Wir brauchen das Geld. Jetzt haben wir beides. Wir können direkt verkaufen und das zu einem guten Preis. Ich habe 160 Kilogramm verkauft. Meine nächste Ernte soll noch besser werden.“

180 Euro hat Elisabeth Yonli durch den Verkauf über den Fonds eingenommen. Ein wertvolles Einkommen, das sinnvoll investiert zu einer langfristigen Verbesserung des Haushaltseinkommens der Familie beiträgt. Auch dieser Schritt ist Elisabeth Yonli gelungen: „Ich kaufe Niéré-Bohnen (Kuhbohnen) und mache Soumbala (traditionelle Suppe), die ich verkaufe.“ Monatlich erzielt sie damit ein zusätzliches Einkommen von 25 Euro und sorgt für eine ausgewogene Ernährung ihrer Familie. Das neue Fahrrad ist der ganze Stolz – es war ein Geschenk für ihre Tochter. Die Kinder auf den afrikanischen Dörfern müssen oft einen weiten Weg zur Schule zurücklegen. Die Angst der Mütter, dass den Töchtern etwas zustoßen könnte, ist groß – vor allem wenn sie noch in der Dunkelheit unterwegs sind. Das Fahrrad soll den Schulweg erleichtern, Zeit sparen und Sicherheit geben.

 

Und wie geht es weiter?

Das Projekt geht nun in die zweite Runde. Weitere Trainingseinheiten zu Kooperativen, Finanzverwaltung und zur Produktion von zertifiziertem Saatgut sind die nächsten Schritte. Ziel ist es, dass die Kleinfarmer erfahren, welche Möglichkeiten ihnen der Zusammenschluss in Gruppen bietet, und dass sie erleben, wie stark sie als Gemeinschaft sind, wenn sie ihre Ziele gemeinsam verfolgen.