• Müllabfuhr
  • Müllentsorgung in Wellingara
  • Nutzung der Container
  • der Bagger für die Kompostherstellung
  • Kompostherstellung
  • Kompostherstellung
  • Kompostherstellung
  • Kompostherstellung
  • die Betonblöcke zur Eingrenzung der Kompostieranlage

Struktur

Gambia: Legale Müllentsorgung

Projektberichte

Die gambische Hauptstadt Banjul versinkt im Müll. Die Situation kann durchaus als dramatisch bezeichnen werden. Während staatliche Behörden wie die National Environmental Agency (NEA) die prekäre Situation erkennen, sind ihnen gleichzeitig die Hände gebunden. Die Kommunen erhalten keine Mittel für die Reparatur der Fahrzeuge der städtischen Müllabfuhr, ein sich refinanzierendes Abholsystem existiert nicht. Das führt dazu, dass öffentliche Plätze wie Community-Märkte in urbanen Gebieten geradezu im Müll versinken. Diese sind fatalerweise im Zentrum von Gemeinden angesiedelt, womit sich das Müllproblem direkt vor der Haustür der Anwohner befindet. Damit einher gehen gesundheitsgefährdende Konsequenzen.

Angesichts dieser Situation ergriff NAK-karitativ mit dem Partner DBO (Dresden –Banjul Organisation) die Initiative. Mit Radladern, Schaufelbaggern und eigenen LKWs wurden in den Stadtteilen Wellingera, Sandika und Sukuta 150 Tonnen Müll auf die Deponie Bakoteh im Stadtteil Kanifing verbracht. Der Einsturz einer Grundschule in Wellingera, die von den Müllmassen eingedrückt zu werden drohte, konnte verhindert werden.

 

Erste Maßnahmen

Die Nationale Umweltagentur NEA, konnte als Partner für eine nachhaltige Müllentsorgung gewonnen werden. Inzwischen wurden 50 Müllcontainer mit einem Fassungsvermögen von jeweils 8m³ beschafft und an 20 Brennpunkten aufgestellt. Zusätzlich nehmen Touristenhotels Container für eine ordentliche Müllentsorgung in Anspruch. Für eine Leerung zahlen sie sechs Euro. Hierfür wurden Bagger, LKWs und Tieflader von NAK-karitativ finanziert. Die Räumaktionen in der Stadt wurden intensiviert, Straßen und Märkte teilweise bis in die Nacht hinein entmüllt. In Schulungen wurde die Bevölkerung für die Mülltrennung sensibilisiert. Mülltrennung erfolgt anhand von Farben, grün für organischen (Bioabfall) und blau für anorganischen Abfall(z.B. Restmüll, Plastik, Glas, etc.). Geschulte Aufsichtspersonen sorgen an den Containerstandorten für die richtige Trennung.
Diese dient der weiteren Müllverarbeitung. Die Container werden inzwischen zwei Mal die Woche in den urbanen Bereichen ausgetauscht. Anorganischer Müll wird auf die Mülldeponie in Bakoteh verbracht, während der organische Müll für die Kompostherstellung nach Tambana geliefert wird.

Vom Müll zum Kompost

Die Weiterverarbeitung des organischen Mülls zu Kompost stand früh als Ziel fest, da positive Effekten wie Bodenstrukturverbesserung und Ernteertragssteigerung mit Ihr einhergehen. Nach anfänglich zögerlicher Unterstützung der Behörden, erhielt die DBO in Folge einer Umweltverträglichkeitsprüfung einen Hektar Land auf der Mülldeponie in Tambana. Dort konnte im zweiten Halbjahr 2017 mit der Weiterverarbeitung des Bioabfalls zu Kompost und organischem Dünger begonnen werden. Die Deponiefläche wurde planiert, begradigt und mit Betonblöcken, die in der DBO Werkstatt gegossen wurden, begrenzt. Danach wurden mehrere Komposthaufen sogenannte Mieten angelegt. Hierin wird der Abfall gelagert und wöchentlich mit dem Radlader gewendet. Über einen Zeitraum von 10 Wochen reift der Biomüll zu Kompost. So werden aus 10 Tonnen Abfall 6 Tonnen Dünger und Komposterde. Tropische Temperaturen beschleunigen den Verrottungsprozess, können jedoch auch zu einer Fehlgärung und zu Pilzbefall führen. Eine permanente Überwachung der Temperatur in den Mieten ist unabdingbar für eine erfolgreiche Kompostherstellung. In der Kompostieranlage finden sechs Mitarbeiter eine Anstellung.

In 2018 übernimmt das deutsche Entsorgungsunternehmen IMA (Institut für Mikrobiologie und Analyse) aus Germersheim den Betrieb der Anlage. Die Anlage wird dann mit einem Kredit der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) betrieben. Für die folgenden drei Jahre wurde ein Businessplan erstellt, der sich der Erfahrungen der IMA mit Renaturierung und Entgiftung von Böden bedient. Die DBO beliefert zukünftig die von der IMA betriebene Anlage mit organischem Müll. Für jede Tonne verwertbares organisches Material erhält DBO 20 Euro. Für eine Tonne Kompost wurde ein Verkaufspreis für Schüttware von 60 Euro angesetzt. Im ersten Jahr des Betriebs sollen 600 Tonnen Kompost hergestellt werden. Dazu müssen zusätzlich andere organische Reststoffe wie z.B. Treber aus der Bierbrauerei, Erdnussschalen, Sägespäne und Fischabfälle auf die Deponie transportiert werden. Um die Wertschöpfungskette auszubauen, beteiligt sich NAK-karitativ an der Beschaffung einer Siebanlage und weiterer LKWs für die Kompostieranlage.

Kompost – und jetzt?

Die Fruchtbarkeit der Böden in Gambia hat durch falsche Bearbeitungsmethoden und die Konzentration auf bodenzehrende Pflanzen wie z.B. Mais kontinuierlich abgenommen. Mineralische Dünger bringen hier nur kurzfristige Ernteerfolge.

Mit Hilfe von Komposterde aus der Anlage, kann die Bodenstruktur langfristig verbessert werden. Auf Demonstrationsflächen wird den Bauern/Bäuerinnen der Unterschied zwischen mineralischem Dünger und organischem Dünger vermittelt. Zu Schulungszwecken dienen Gemüsegärten aus vorangegangenen Projekten. Die Begünstigten aus diesen Projekten nutzen bereits Kompost aus eigener Herstellung. Die Menge ist aber begrenzt. Durch die Kompostieranlage können die Gärten mit zusätzlicher Komposterde versorgt werden. Die Begünstigten aus dem Vorgängerprojekt agieren so als Multiplikatoren für die Nutzung von Biokompost. Auch traditionelle Gemüsesorten und – arten, die durch Importe aus Europa und den Nachbarländern Senegal und Guinea-Bissau verdrängt wurden, können wieder angebaut werden.

Spenden Sie jetzt für das Projekt "Müllsammlung Gambia"

  • 1
    Spende
  • 2
    Ihre Daten
  • 3
    Zahlart
  • 4
    Ihre SEPA-Daten
  • 5
    Überblick

Mit 800 EUR sichern Sie die Arbeitsplätz für das lokale Personal, das zur Müllentsorgung und zum Containerbau notwendig ist für den Zeitraum von einem Jahr.

Mit 200 Euro finanzieren Sie den Müllabtransport von den Sammelstellen zur Mülldeponie für eine Woche.

DZI-Siegel

Ihre Spende kommt an!

NAK-karitativ e.V. trägt seit 2005 das Spendensiegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen). Dieses Gütezeichen bescheinigt den transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit Spendenmitteln.

MEHR INFORMATIONEN ZU DIESEM PROJEKT

Müll stellt vor allem in Städten und dicht besiedelten Regionen in vielen Ländern des Globalen Südens ein Problem dar. In wenigen Fällen gibt es ein zentral organisiertes System der Entsorgung. Illegale Mülldeponien entstehen und die Müllberge wachsen unkontrolliert an. Kinder spielen im Abfall, verletzten sich oder infizieren sich sogar mit schwerwiegenden Krankheiten. Organische Reste dienen während der Regenzeiten als Nährboden für Bakterien und Krankheiten. NAK-karitativ setzt sich für eine geregelte Abfallentsorgung zum Schutz der Menschen in Gambia ein.
weiterlesen

Weitere News zu diesem Thema