Kenia: Sixty-Day Comfort

Alternative Damenbindenherstellung

WASH

Im Durchschnitt verpassen Mädchen aus armen Familien in unterentwickelten Ländern zwei bis drei Schultage pro Monat. Grund dafür sind fehlende Schutzmöglichkeiten während ihrer Menstruationsphase. Ihre Familien können sich die konventionellen Damenbinden nicht leisten. Auch die erwachsenen Frauen leiden unter dem mangelhaften Zugang zu Hygieneeinlagen. Die Folge: Sie ziehen sich während ihrer Periode aus dem öffentlichen Leben zurück und können ihren Einkommensmöglichkeiten nicht nachgehen. Die Einrichtung einer Produktionsstätte für wiederverwendbare Hygieneeinlagen soll die Situation der Frauen und Mädchen verbessern. NAK-karitativ sorgt für eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zu den konventionellen Binden, sodass Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Menstruation: Das Stigma von Frauen und Mädchen

75 Prozent der Frauen in der Region Machakos in Kenia können sich keine konventionellen Binden leisten. Ihr weniges Geld investieren sie in Nahrungsmittel für ihre Kinder und Ehemänner. Meist ist es die Frau, die das Brot für die Familie verdienen muss. Sie ist es, die auf dem Feld arbeitet. Sie verkauft die wenigen Produkte, die sie aus dem eigenen Anbau erntet, am Straßenrand für ein paar Cent am Tag. Die Menstruationsphase der Frau ist damit ein wirtschaftlicher Verlust für viele bedürftige Familien. Jeder Tag zählt, an dem die Frau Einkommen erzielt. Das ist ihr während der Menstruationsphase nicht möglich. Ihr fehlt der sichere und hygienische Schutz, um sorgenlos das Haus verlassen zu können. Im Schnitt braucht eine Frau eine Packung konventionelle Binden pro Monat, die vor Ort 1,50 Euro kostet. Das sind 18 Euro im Jahr. Je nachdem wie viele Frauen und Mädchen in dem Haushalt leben, ist es für die Familien unmöglich diese Summe aufzubringen. Als Alternative nutzen die Frauen alte Kleidung. Das ist unhygienisch und bietet keinen ausreichenden Schutz. Die Betroffenen ziehen sich zurück, schämen sich auf die Straße und in die Schule zu gehen. Mädchen täuschen Kopf- und Bauchschmerzen vor, um zu Hause bleiben zu können. Offen über ihr „Problem“ sprechen sie selten.

Wiederverwendbare Hygieneeinlagen als Alternative

5,50 Euro statt 18 Euro kosten die wiederverwendbaren Hygieneeinlagen pro Jahr und damit nur Rund ein Drittel so viel wie konventionelle Binden. Ziel ist es, durch den Aufbau einer Produktionsstätte von wiederverwendbaren Damenbinden die Hygienesituation von Frauen und Mädchen zu verbessen und ihnen ein selbstbestimmtest Leben zu ermöglichen. Zusätzlich schaffen die Produktionsstätte und der Vertrieb Arbeitsplätze für die Frauen in Machakos.

 

Das funktioniert wie folgt:

  1. Eine Produktionsstätte für wiederverwendbare Hygieneeinlagen wird aufgebaut. Dafür wird ein Gebäude angemietet und mit Nähmaschinen, Pressen, Schneidemaschinen sowie Arbeitsmaterialien ausgestattet.
  2. 9 Studenten der Kangondi Youth Politechnic School, die dort ihre Ausbildung zur Schneiderin absolvieren, werden für die Produktion geschult und erhalten eine Anstellung.
  3. 7 Frauen werden als Social Entrepreneurs für den Verkauf der Binden geschult. Sie erwerben die Binden zu einem niedrigen Preis und verkaufen sie zu einem etwas höheren Preis an den Endverbraucher. Dadurch erzielen sie Einkommen.
  4. Marketingaktivitäten zur Bekanntmachung der Marke „Sixty-Day Comfort“, unter der die Hygieneeinlagen vertrieben werden, werden durchgeführt.
  5. Ein Produktions- und Marketingmanagers zur Organisation und Aufsicht der Abläufe wird angestellt.
  6. Frauengruppen werden über die Wichtigkeit und die Verwendung von Hygieneeinlagen aufgeklärt.
  7. Enge Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium vor Ort.

Die Wirkung von Sixty-Day Comfort

Das Hauptziel ist es, Damenbinden für jeden bezahlbar zu machen. Außerdem soll das Thema „Menstruation“ durch Aufklärungsarbeit enttabuisiert werden. Mädchen und Frauen sollen lernen, das Thema zu kommunizieren und für ihre Rechte einzustehen. Diese beiden Ansätze führen langfristig dazu, dass die Schulausfälle von Mädchen in der Region Machakos, die diesen speziellen Umständen zugrunde liegen, drastisch reduziert werden. Frauen sollen davor bewahrt werden, Ausfälle in ihrer Einkommensgenerierung einzubüßen, weil sie sich nicht aus den eigenen vier Wänden wagen. Sind diese Ziele erreicht werden sich die verbesserten Umstände positiv auf das Selbstbewusstsein durch Selbstbestimmung bei den Frauen und Mädchen auswirken. Als positive Nebenwirkung zeichnen sich die wiederverwendbaren Einlagen als besonders umweltschonend aus. Das Material ist biologisch abbaubar und die Produktion selbst ist ressourcenschonend.

Projektnummer: 2016-002
Projekt-Kennwort: Hygiene-Entwicklung Ostkenia

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