Ernährung

8.500 Kinder sterben täglich an den Folgen von akutem Hunger, das ist jeder zweite Sterbefall weltweit. In südafrikanischen Ländern und Südasien hungern besonders viele Menschen. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gehen sogar davon aus, dass etwa alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt.

Ernährung, Klima und Landwirtschaft

Landwirtschaftliche Entwicklung spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung. Menschen in den ländlichen Regionen der Entwicklungsländer gelten als besonders arm. Sie sind abhängig von Subsistenzwirtschaft: Auf ein bis drei Hektar Land produzieren sie gerade so viel, dass es zum Überleben der Familie reicht. Überschüssige Erträge verkaufen Frauen und Mädchen auf den lokalen Märkten oder am Straßenrand.

Die Arbeit auf den Feldern ist hart. Kaum jemand verfügt über landwirtschaftliche Maschinen; also muss das Land per Hand bestellt werden. Da häufig Wasser fehlt sind die Kleinfarmer abhängig von den Regenzeiten. Durch veränderte klimatische Bedingungen kommen Regenzeiten nur noch unregelmäßig und fallen kürzer aus. Das setzt die Familie vermehrt unter Druck.

Fällt dann Regen, führt es häufig zu Überschwemmungen, da die stark ausgetrockneten Böden das Wasser nicht mehr aufnehmen können. Die Kleinfarmer erleiden dadurch starke wirtschaftliche Verluste. Vieh und Wertsachen, falls noch vorhanden, müssen versetzt werden, um das Überleben bis zur nächsten Anbau- und Erntesaison zu sichern.

Ernährung und Gesundheit

Die ärmlichen Verhältnisse führen zu Unter- und Mangelernährung. Besonders für Kinder hat das weitreichende Folgen. Eine unausgewogene Ernährung der schwangeren Mütter wirkt sich auf die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder aus. Brei aus Maismehl und Reis sind oft die einzigen verfügbaren Nahrungsmittel. Es fehlen wichtige Mineralien und Vitamine, die für das Wachstum und die Gesundheit notwendig sind. Besonders gefährdete Gruppen sind Kinder, schwangere Frauen und Menschen, die bereits an einer Erkrankung wie HIV oder AIDS leiden.

Ernährung und Bildung

Hunderttauende Kinder sitzen täglich mit leerem Magen und meist ohne Wasser im Schulunterricht. Ihr Magen hat längst aufgehört zu knurren, doch konzentrieren können sie sich nicht. Ihre Körper sind zu schwach, manchmal so schwach, dass der Schulbesuch unmöglich ist. So wachsen Kinder heran ohne lesen, rechnen oder schreiben zu können. Sie müssen sich wie ihre Eltern mit Subsistenzwirtschaft ernähren und so wiederum ihre eigenen Kinder großziehen. Ohne Unterstützung von außen oder einen glücklichen Zufall ist das ein Armutskreislauf, in dem Generationen gefangen bleiben.

Ernährung im Kontext der Arbeit von NAK-karitativ

NAK-karitativ fokussiert besonders in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf landwirtschaftliche Entwicklung. Den Menschen soll der Start in ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Gefördert werden Kleinfarmer durch die Bereitstellung von Saatgut und Vieh. Umweltschonender und zugleich kostengünstiger Anbau steht im Vordergrund, begleitet durch Schulungen über Anbaumethoden, die Zubereitung ausgewogener Ernährung und Hilfen zum sparsamen Haushalten. Bei ausreichenden Ernteerträgen werden als Folgemaßnahmen die Kleinfarmer beim Aufbau einer Wertschöpfungskette und in der Vermarktung der Produkte unterstützt.

Nicht allen Menschen steht ausreichend Land zu Verfügung. Für die Ernährungssicherung von Familien werden in dem Fall alternative Möglichkeiten zum Aufbau einer kleinwirtschaftlichen Existenz gesucht. Das kann der Aufbau von kleinen Friseursalons oder von Werkstätten sein. Hinzu kommen Ausbildungsprogramme.

Fakten

  • 8.500 Kinder sterben weltweit täglich an den Folgen von Hunger, das ist jeder zweite Sterbefall.
  • In Afrika südlich der Sahara hungert fast jeder Vierte.
  • Jeder achte Mensch muss hungrig schlafen gehen.
  • Hunger ist das größte Gesundheitsrisiko weltweit. Jährlich sterben mehr Menschen an Hunger, als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.
  • 98% der Hungernden leben in Entwicklungsländern.

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