• Einige Kleinbauern mit einer Herde, die zum Futterplatz geführt wird.
  • Eine Kleinbäuerin mit einer jungen Ziege.

Ernährung

Kenia: „Erfolgreicher Start in die Ziegenzucht.“

Projektberichte

Die Kleinbauern in unserem Projekt in Maua in Kenia haben erfolgreich die ersten Hürden im Aufbau einer Ziegenzucht hinter sich gelassen. Insgesamt zwei Kleinbauern-Gruppen mit 60 Mitgliedern hatten sich letztes Jahr zusammengeschlossen, um die Ziegenzucht voranzutreiben, nachdem die bisherige Einkommensquelle, der Anbau von Mira-Kraut, aufgrund von Importverboten innerhalb der EU eingebrochen war. Das Kraut wird weiterhin angebaut, jedoch als Ziegenfutter verwendet.

Die ersten 120 Ziegen- und 60 Ziegenböcke wurden angeschafft und an die 60 Kleinbauern in Maua verteilt. Zuvor hatten die beiden Kleinbauern-Gruppen Ställe für eine permanente Stallhaltung errichtet. Zwei Ziegenrassen „Toggenburg“ und „Alpine“ wurden eingekreuzt, um Ziegen mit höherer Fleisch- und Milchleistung züchten zu können. Durch den Verkauf von Ziegenfleisch und Milch auf dem lokalen Markt, soll ein solides Einkommen für die Kleinbauern generiert werden. Jahrelang hatten sie vom Verkauf von Mira-Blätter gelebt, die zuletzt in einigen Ländern der EU aufgrund eines Importstopps nicht mehr eingeführt werden durften.

Die Blätter können als Grundstoff für die Herstellung des gleichnamigen Rauschmittels verwendet werden, weshalb ein Importverbot verhängt wurde. Eine Diversifizierung des Anbaus soll bei der Einkommenslücke Abhilfe schaffen. Aus diesem Grund entschied man sich für den Anbau von Futterbäume wie Grevillea. Hierdurch soll die langfristige Versorgung der Tiere gesichert werden. Pro Haushalt wurden bereits mindestens zehn Futterbäume gepflanzt. Zwei Schulen wurden ebenfalls mit Futterbäumen ausgestattet. Weiteres Saatgut wird Kumea (der lokale Partner vor Ort) vor Beginn der Regenzeit im Oktober verteilen, damit die Gruppen und Schulen weitere Bäume heranziehen können. Der Verkauf von Setzlingen sollen sowohl den Schulen als auch den Gruppen ein weiteres Einkommen ermöglichen.

Einige Kleinbauern hatten bereits viel Glück mit ihren Ziegen. Als sie die Ziegen bekamen, waren sie bereits trächtig. Dadurch hatten die Familien der Kleinbauern zusätzlich zu der sonst eher kargen Ernährung sofort Ziegenmilch für den eigenen Konsum zur Verfügung. Es blieb auch etwas für den Verkauf übrig, was sofort kleine Einnahmen generierte. Zukünftig soll die Ziegenzucht so erweitern werden, dass bis zu 150 Liter Ziegenmilch täglich verkauft werden können. Bereits jetzt sind die Kleinbauern-Gruppen dabei, die nötigen Vertriebsstrukturen für die Milchabnahme zu schaffen.

Hierfür soll als nächstes ein Aufnahmeantrag an den nationalen Verband der Ziegenzüchter gestellt werden. Durch Aufnahme in den nationalen Verband würden die Kleinbauern von einer geregelten veterinär-ärztlichen Betreuung und besseren Konditionen bei der Beschaffung von weiteren Zuchttieren profitieren. Der nationale Verband führt auch Schulungen im Umgang mit den Tieren und Futtermitteln durch. Gleichzeitig werden durch den Verband Qualitätskontrollen der Milch und der weiterverarbeiteten Käsereiprodukte angestoßen.

Um den Aufbau der Strukturen in die richtigen Bahnen zu lenken, wurde ein in Maua ortsansässiger Projektkoordinator angestellt. Er betreut die Kleinbauern und steht mit seiner Erfahrung im Bereich Tierzucht zur Seite, damit möglichst schnell die gesetzten Ziele bezüglich der Einkommensgenerierung erreicht werden. Weitere Schritte zur Nachzucht sind bereits in Planung. Futterpläne werden erstellt und Verkaufsmöglichkeiten für Fleisch und Milch akquiriert. Durch Bildung eines Gemeinschaftssparfonds sollen Anschaffungen finanziert und Tierverluste ausgeglichen werden. Jedes Mitglied der Kleinbauern-Gruppen zahlte bereits 5.000 Kenia-Schilling ein, das entspricht etwa 45 Euro.

 

 

Projektnummer: 2017-012 „Ziegenhaltung Igembe“

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Mit 1.000 Euro tragen Sie maßgeblich zur Einrichtung einer Baumschule und der Bereitstellung von Wasser bei.

Rund 125 Euro kostet das Saatgut für einen Kleinfarmer in Afrika.

Mit 20 Euro kann eine Familie für eine Woche mit Nahrungsmitteln versorgt werden.

MEHR INFORMATIONEN ZU DIESEM PROJEKT

Die Provinz Machakos liegt relativ zentral in Kenia und befindet sich noch im Einzugsbereich seiner Hauptstadt Nairobi. Hier leben viele Kleinbauern, die jahrelang von ihren Einkünften aus dem Verkauf der Mira-Blätter gelebt haben. Aus diesen Mitteln lässt sich das gleichnamige Rauschmittel Mira herstellen, wofür England vor einigen Jahren einen Importstopp ausgesprochen hat. Viele Betriebe waren somit ihrer einzigen Einkommensmöglichkeit beraubt. Eine Diversifizierung des Anbaus war somit dringend notwendig. NAK-karitativ und sein lokaler Partner KUMEA haben bereits in den Jahren 2013 bis 2016 Ziegen als Zuchttiere für einige Gruppen der Kleinbauern auf den Betrieben eingeführt. Im Dezember 2018 konnte zur weiteren Einkommensförderung nun die zweite Phase des Projekts eingeleitet werden.
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