• Moringasträucher in Nadapal.
  • Unwirtliche Umgebung in West Turkana.
  • Ein Nomade hört einem Vortrag in einer Baumschule zu.
  • Eine Gruppe Kleinbauern, die Aloe-Pflanzen anbauen.
  • Futtergrasanbau in der Gegend von Turkana.
  • Gruppenmitglieder im Dorf Lokiriama.

Ernährung

Kenia: Neue Perspektiven durch Aufforstung

Projektberichte

Das vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitfinanzierte Projekt „Förderung der Agropastoralisten in der Provinz Turkana“ geht in das zweite Jahr. Angesichts der widrigen Umstände wie zum Beispiel ausbleibender Regen, nicht eingehaltener Verträge seitens der Lokalregierung oder schwacher Kaufkraft der lokalen Bevölkerung kann jedoch Positives berichtet werden. Mit der Einrichtung von acht Baumschulen durch den Partner von NAK-karitativ, Sustainet, konnten in den letzten 10 Monaten Setzlinge für Moringasträucher oder der bekannten Aloe Vera-Pflanze gepflanzt werden. Beim letzten Projektbesuch im Januar 2019 konnten mehrere erfreuliche Änderungen festgestellt werden.

Zur Situation

Die Provinz Turkana liegt im Norden Kenias, unweit zur Grenze von Äthiopien. Der Klimawandel zeigt sich hier in deutlicher Form durch immer kürzere Abstände zwischen den Trockenzeiten und wiederkehrenden Dürreperioden. Fruchtbares Weideland ist in dem Turkana-Gebiet, das
flächenmäßig fast so groß ist wie Bayern, mittlerweile kaum noch zu finden. Viele der Nomaden haben sich an dem einzigen Fluss, der das Gebiet durchzieht angesiedelt. Das Sesshaft-werden
bedeutet jedoch auch, dass vermehrt Bäume und Sträucher an dem Gewässer abgeholzt werden. Die Samburu nutzen es zur Fütterung ihres Viehs, zur Herstellung von Körben und zum Bau ihrer Hütten. Doch die geringen Niederschläge erschweren es der Natur, sich zu regenerieren. NAK-karitativ und der lokale Partner Sustainet haben aus diesem Grunde acht Baumschulen eingerichtet. Die Menschen lernen hierbei ihre Umwelt nachhaltig zu schonen, die Baumschulen zu bewirtschaften und Strauchgewächse sowie die wassersparende Pflanze Aloe Turkanensis anzubauen und weiterzuverarbeiten. Es werden damit langfristige Perspektiven durch die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten und die Sensibilisierung der Umwelt ermöglicht.

 

Umwelt schützen und Pflanzen nachhaltig nutzen

In den eben genannten acht Baumschulen werden die einheimischen Baumarten z.B. Grevillea und Acacia Senegalensis angezogen. Die Anzuchtbeutel sind erfreulicherweise nicht aus Plastik. Sie verrotten nach dem Auspflanzen ins Feld. Neben den Bäumen wurde die Anzucht von Moringasträuchern propagiert. Jede Gruppe, die eine Baumschule betreibt, erhielt 400 Stecklinge. Beim Besuch im Januar 2019 war festzustellen, dass die Trockenheitstoleranz dieser Pflanze erstaunlich ist. Deshalb kann mit der Schulung für die Wertschöpfung begonnen werden. Die Blätter werden zu Pulver verarbeitet um dann mit Wasser getrunken wie ein Energizer zu wirken. Die Blätter getrocknet, sind lange haltbar. Zusammen mit dem nationalen Maisbrei Ugali gekocht ergibt es ein leckeres Gericht. Moringa ist in vielen Provinzen in Kenia fester Bestandteil der Lebensmittelpalette, war aber noch unbekannt in Turkana. Es ist erfreulich, dass die Bauern bereit waren, diese Möglichkeit zur Diversifizierung anzunehmen. Inzwischen gibt es viele Nachfragen nach Moringastecklingen.

 

Einkommensförderung durch Stecklinge und Grassamen

Einige Gruppen erhielten zusätzlich Weidegrassamen und haben Futter angebaut, geerntet, getrocknet und verkaufen das Heu zu 300 Schilling (2,80 Euro) den Ballen. Die Tiere müssen weniger umherziehen auf der Suche nach guten Weidegründen. Und Einkommen wird ebenfalls erzielt.  

Aloe Turkanensis eine Unterart der bekannten Aloe Vera Pflanze wächst in der Region angepasst an die Trockenheit. Die staatliche Forstbehörde Kefri (Kenya Forest Research Institute) hat eine neue Linie herausgezüchtet, die mehr Saft enthält, mehr Ableger ausbildet und vor allem schneller wächst. Auf insgesamt 20 Demonstrationsfeldern von jeweils einem viertel ha wurde den Bauern der Anbau, die Pflege und die Ernte dieser Pflanze beigebracht. Der Vorteil der Pflanze ist, dass bereits nach 8 Monaten die Ernte des Saftes möglich sei. Damit kann das nächste große Ziel in Angriff genommen werden. Nämlich der Bau des Ateliers für die Umwandlung des Aloe Saftes zu Shampoo und Seife. Die kenianische Organisation für biologischen Anbau ist schon informiert, dass sie im Monat Juli kommen sollen, um die Zertifizierung der Produkte für den lokalen Markt vorzunehmen. Dementsprechend könnten die Kleinbauern weitere Einnahmen generieren.

 

Nachhaltigkeit: Einkommen und Friedenssicherung durch Aufforstung

Ein interessanter Aspekt des Projektes wurde mehrfach wiederholt. Wegen dieser angepassten Maßnahmen zur Steigerung des Einkommens, müssen die Männer nicht mehr mit den benachbarten Stämmen der Samburu oder Rendille um Weidegründe für das Vieh kämpfen und dabei ihr Leben riskieren. So können oftmals übersehene oder bis dato unbekannte Pflanzen möglicherweise zu einem langen Frieden führen.

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Mit 1.000 Euro tragen Sie maßgeblich zur Einrichtung einer Baumschule und der Bereitstellung von Wasser bei.

Mit 400 Euro ermöglichen Sie das Anlegen einer halben Schulungsfläche.

Mit 75 Euro finanzieren Sie die Schulung zur Wiederaufforstung für eine Person.

MEHR INFORMATIONEN ZU DIESEM PROJEKT

Stetiges Umherwandern auf der Suche nach Weidegründen für das Vieh, das ist der Lebensstil von Nomaden. Diese Art zu leben liegt nicht in ihrem Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, sondern ist die einzige Art zum Überleben für die Nomadenstämme. So war es zumindest bis vor etlichen Jah-ren. Das Volk der Samburu in der Turkana-Region in Nordkenia gerät zunehmend unter Überlebens-druck. Mit einem kombinierten Projekt, durch das sowohl die Existenz als auch die Natur der Samburu geschützt wird, schafft NAK-karitativ Perspektiven für eine sichere Zukunft.
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