In Mtenje, einem Dorf in Malawi, hat sich das Leben vieler Familien grundlegend verändert. Wo früher der tägliche Weg zum Wasser eine mühsame und zeitraubende Aufgabe war, sprudelt heute frisches Wasser aus solarbetriebenen Leitungen – direkt in der Nähe der Häuser. Diese Veränderung ist mehr als eine technische Lösung. Sie bedeutet Gesundheit und Zukunft.
Für die Familie von Maxwell war Wasser lange Zeit ein kostbares Gut, das mit großen Anstrengungen verbunden war. Seine Frau und die drei Kinder mussten täglich weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu holen. Oft kamen die Kinder erschöpft und verspätet zur Schule – manchmal fehlten sie ganz. Krankheiten durch verunreinigtes Wasser waren keine Seltenheit. Bildung blieb dabei auf der Strecke.
Seit die solarbetriebene Wasseranlage installiert wurde, ist alles anders. Malita, die in die vierte Klasse geht, kann sich morgens in Ruhe waschen, frühstücken und pünktlich zur Schule gehen. Inzwischen gehört Malita zu den besten ihrer Klasse – Platz 11 von 81. Ihr Bruder Gilbert, in der dritten Klasse, hat kürzlich den vierten Platz von 71 Schülern erreicht und auch ihre kleine Schwester Dala, die gerade erst in die erste Klasse gekommen ist, profitiert von einem geregelten Tagesablauf.
„Früher waren meine Kinder oft krank und müde. Jetzt sind sie gesund und können sich auf das Lernen konzentrieren“, erzählt Vater Maxwell dankbar. Für ihn ist das Wasser nicht nur eine Erleichterung im Alltag – es ist ein Schlüssel zu einer besseren Zukunft für seine Familie.
Die Geschichte der Familie zeigt, wie tiefgreifend die Wirkung solcher Maßnahmen ist. Sauberes Wasser bedeutet nicht nur Hygiene und Gesundheit. Es schenkt Zeit, Energie und Chancen. Kinder können lernen, statt Wasser zu tragen. Familien können sich entwickeln, statt ums Überleben zu sorgen. So wird aus einer Wasserpumpe ein Motor für Bildung und Gemeinschaft.
Frisches Wasser für 2.555 Menschen – ein neues Lebensgefühl & verbesserte Gesundheit
In Mduwa stehen inzwischen zwei große solarbetriebene Systeme, die zuverlässig Wasser fördern und es über Leitungen in elf Dörfer bringen – insgesamt 511 Haushalte mit 2.555 Menschen profitieren davon. Die Wasserstellen liegen nun nur noch rund 500 Meter von den Häusern entfernt statt mehrere Kilometer entfernt wie früher. Das spart Zeit, Kraft und ermöglicht einen geregelten Tagesablauf für Familien und Schulkinder.
Dank hoher Leistung füllen die Pumpen einen 20‑Liter‑Eimer in 90 Sekunden, und die Anlagen liefern ganzjährig mehr als 36 Liter pro Person und Tag – zuverlässig, sauber und sicher. Die Dorfgemeinschaften kümmern sich selbst um Wartung und Organisation, nachdem 11 Wasserkomitees umfassend geschult wurden.
Im Gesundheitszentrum berichten die Mitarbeitenden von deutlich weniger Fällen von Durchfall und Typhus. Familien müssen kein verunreinigtes Wasser mehr aufbewahren und Kinder können endlich gesund aufwachsen. Besonders für die jüngsten Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner ist das ein entscheidender Unterschied – denn jedes gesparte Krankheitsrisiko bedeutet eine Chance mehr, in der Schule zu sein.
Schulen, in denen Lernen wieder möglich ist
Fünf Grundschulen im Gebiet – Chikoza, Kalombo, Kadamsana, Kazira und Made – erhielten insgesamt zehn belüftete Latrinen mit Waschgelegenheiten. Die Anlagen verbessern nicht nur Sauberkeit und Privatsphäre, sondern verändern den gesamten Unterrichtsalltag.
Die Zahl der Fehlzeiten ist deutlich gesunken:
- 39 % weniger Fehltage bei Jungen,
- 33 % weniger Fehltage bei Mädchen.
Auch die Abbrüche gingen stark zurück – 45 % weniger bei Jungen, 43 % weniger bei Mädchen. Gleichzeitig stiegen die Einschreibungen: 5 % mehr Jungen, 9 % mehr Mädchen als im Vorjahr.
Durch die berücksichtigte Ausstattung für die Menstruationshygiene fühlen sich Mädchen sicherer und bleiben im Unterricht – ein stiller, aber wirkungsvoller Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit.
Unsere Aktivitäten im Überblick
- Wassersysteme: Installation zweier solargestützter Anlagen – zuverlässige Versorgung für 11 Dörfer.
- Latrinenbau: Bau von zehn modernen Latrinen mit Waschmöglichkeiten an fünf Schulen.
- Hygieneschulungen: Trainings für Wasser- und Schulkomitees zur Pflege, Organisation und Hygiene.
- Spargruppen: Unterstützung von 13 Gruppen mit insgesamt 186 Mitgliedern zur Stärkung wirtschaftlicher Selbstständigkeit.
- Gemeindebasierte Sanitärentwicklung: Förderung stabiler Haushaltslatrinen und gesundheitsfördernder Routinen.
- Ausbildung lokaler Handwerker: Vermittlung von Bauwissen für langlebige Sanitärlösungen.



