Vom Miterleben zum Mitgestalten
„Der Kurs hat mein Leben verändert“, sagt Nomsa*, 63 Jahre alt, Teilnehmerin eines unserer Ausbildungsprogramme. Jahrelang musste sie mitansehen, wie Angehörige und Nachbar:innen an Drogen zerbrachen. Heute hat sie nicht nur das nötige Wissen, sondern auch das Selbstvertrauen, um anderen kompetent und mitfühlend zur Seite zu stehen. Besonders am Herzen liegen ihr Kinder und ältere Menschen – oft selbst nicht süchtig, aber von den Folgen in ihrer Familie stark betroffen. Nomsa möchte ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.
Ein wachsendes Netzwerk
Bis Ende 2025 sollen über 50 neue CDFs) ausgebildet werden. Die Teilnehmenden, wie Nomsa, erwerben umfassende Kompetenzen, um sowohl in staatlichen Einrichtungen als auch in NGOs oder ihren Gemeinden tätig zu werden.
Die Ausbildung umfasst:
- Fachwissen über Suchtstoffe, deren Wirkung sowie körperliche und psychische Folgen
- Verständnis für Suchtdynamiken und familiäre Muster
- Methoden zur Intervention, Unterstützung von Angehörigen und Aufbau von Unterstützungsstrukturen
- Organisatorische und administrative Fähigkeiten zur Gründung nachhaltiger Beratungsangebote
Die vermittelten Werkzeuge sollen den Teilnehmenden helfen, Betroffene nicht zu verurteilen, sondern zu verstehen und trotzdem Grenzen zu setzen. Gleichzeitig werden sie ermutigt, weiterhin Family Support Hubs in ihren Gemeinden zu etablieren oder deren Aufbau anzustoßen.
Auf diese Weise spannen wir ein noch größeres Hilfsnetzwerk in Kapstadt und sorgen dafür, dass möglichst viele Gemeinden und Angehörige die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Niemand soll sich allein gelassen fühlen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Suchtkranke, die den Rückhalt ihrer Angehörigen spüren, können mehr Kraft aufbringen, um ihre Abhängigkeit zu überwinden. Denn unabhängig davon, wie gut Aufklärung und Beratung funktionieren: Am Ende muss jede Person selbst ihre Suchtprobleme erkennen und aktiv dagegen vorgehen. Auch Brenda*, eine weitere Teilnehmerin des Ausbildungsprogramms, betont die Wichtigkeit des sogenannten „Empowerments“ (Selbstermächtigung). „Die Betroffenen bekommen Werkzeuge an die Hand, aber nutzen müssen sie sie selbst. Damit das möglich wird, braucht es jedoch mehr als nur guten Willen. Es braucht gute Beratungsstellen, soziale Einrichtungen und Gemeinden, die die Suchtkranken gezielt unterstützen können“.
Die Ausbildung zum CFD schafft so ein Umfeld, das nicht nur Hilfe anbietet, sondern echte Veränderung ermöglicht – eine Grundlage dafür, dass Menschen ihre Situation selbstbestimmt annehmen und ihre Zukunft unabhängig gestalten können.
Vielen Dank für Ihre langjährige Unterstützung. Gemeinsam bauen wir ein tragfähiges Netzwerk gegen Drogenmissbrauch – mit und für die Menschen in Kapstadt.
Partnerorganisation: Masakhe-Foundation
*Namen wurden aufgrund der Persönlichkeitsrechte geändert.
Unsere Aktivitäten 2025 im Überblick
Vermittler:innen-Ausbildung: 54 Teilnehmende erhalten theoretisches und praktisches Wissen zu Suchterkennung, -aufklärung und -bekämpfung sowie zur Organisation und Durchführung von Beratungssitzungen, Interventionen und Präventionsveranstaltungen. Alle sollen bis Ende des Jahres ihren Abschluss erhalten.
Praktischer Einsatz: Mindestens 30 % der Absolvent:innen des Ausbildungsprogramms sollen bis Ende des Jahres bereits eigene Sitzungen zur Intervention oder Bewusstseinsschaffung durchgeführt haben.
Unterstützung von Familien: In den 4 Gemeinschaften Ocean View, Westridge, Lavender Hill und Tafelsig sollen wöchentlich spezielle Familienberatungssitzungen durchgeführt werden.


