Aktuelles

  • Trainings zur Suchtprävention
  • Die Teilnehmerinnen lernen durch Erfahrungsaustausch
  • Die Auswirkungen von Drogen- und Alkoholabhängigkeit auf die Familie

Wissen, Wandel, Wirkung: Verbesserte Trainings gegen Drogenmissbrauch in Südafrika

Projektberichte

Drogenmissbrauch und -Abhängigkeit sind lebensbedrohliche Probleme, die viele Gemein-den in Kapstadt tiefgreifend betreffen. In fast jeder größeren Verwandtschaft gibt es einen Fall. Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit gehören zu den Hauptursachen – statt zu helfen, verstärkt der Drogenkonsum die soziale Not. Ein Teufelskreis. Familien und Gemeinden fehlt es oft an Wissen und Ressourcen, um suchtkranke Angehörige zu begleiten oder präventiv zu handeln.

 

Hier setzt unser „Drug Addiction Awareness Program“ (DAAP) an, dass wir seit 2017 in südafrikanischen Stadtvierteln umsetzen. Anders als klassische Reha-Ansätze richtet sich unser Programm nicht direkt an Konsumierende, sondern an deren Umfeld: Familienangehörige, Nachbar:innen, Gemeindemitglieder und stärkt sie durch Aufklärung und praxisnahe Schulungen. Über 400 Personen wurden bereits als Moderator:innen ausgebildet, die sogenannte Family Support Hubs aufbauen: Orte für Beratung, Austausch und Unterstützung. Seit diesem Jahr gehen wir noch einen Schritt weiter und bilden Community Development Facilitators (CDFs = Gemeindeentwicklungsbeauftragte) aus – ein offiziell anerkannter Beruf in Südafrika. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein staatlich anerkanntes Ausbildungszertifikat, das ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnet.

 

Vom Miterleben zum Mitgestalten

„Der Kurs hat mein Leben verändert“, sagt Nomsa*, 63 Jahre alt, Teilnehmerin eines unserer Ausbildungsprogramme. Jahrelang musste sie mitansehen, wie Angehörige und Nachbar:innen an Drogen zerbrachen. Heute hat sie nicht nur das nötige Wissen, sondern auch das Selbstvertrauen, um anderen kompetent und mitfühlend zur Seite zu stehen. Besonders am Herzen liegen ihr Kinder und ältere Menschen – oft selbst nicht süchtig, aber von den Folgen in ihrer Familie stark betroffen. Nomsa möchte ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.

Ein wachsendes Netzwerk

Bis Ende 2025 sollen über 50 neue CDFs) ausgebildet werden. Die Teilnehmenden, wie Nomsa, erwerben umfassende Kompetenzen, um sowohl in staatlichen Einrichtungen als auch in NGOs oder ihren Gemeinden tätig zu werden.

Die Ausbildung umfasst:

  • Fachwissen über Suchtstoffe, deren Wirkung sowie körperliche und psychische Folgen
  • Verständnis für Suchtdynamiken und familiäre Muster
  • Methoden zur Intervention, Unterstützung von Angehörigen und Aufbau von Unterstützungsstrukturen
  • Organisatorische und administrative Fähigkeiten zur Gründung nachhaltiger Beratungsangebote


Die vermittelten Werkzeuge sollen den Teilnehmenden helfen, Betroffene nicht zu verurteilen, sondern zu verstehen und trotzdem Grenzen zu setzen. Gleichzeitig werden sie ermutigt, weiterhin Family Support Hubs in ihren Gemeinden zu etablieren oder deren Aufbau anzustoßen.

Auf diese Weise spannen wir ein noch größeres Hilfsnetzwerk in Kapstadt und sorgen dafür, dass möglichst viele Gemeinden und Angehörige die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Niemand soll sich allein gelassen fühlen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Suchtkranke, die den Rückhalt ihrer Angehörigen spüren, können mehr Kraft aufbringen, um ihre Abhängigkeit zu überwinden. Denn unabhängig davon, wie gut Aufklärung und Beratung funktionieren: Am Ende muss jede Person selbst ihre Suchtprobleme erkennen und aktiv dagegen vorgehen. Auch Brenda*, eine weitere Teilnehmerin des Ausbildungsprogramms, betont die Wichtigkeit des sogenannten „Empowerments“ (Selbstermächtigung). „Die Betroffenen bekommen Werkzeuge an die Hand, aber nutzen müssen sie sie selbst. Damit das möglich wird, braucht es jedoch mehr als nur guten Willen. Es braucht gute Beratungsstellen, soziale Einrichtungen und Gemeinden, die die Suchtkranken gezielt unterstützen können“. 

Die Ausbildung zum CFD schafft so ein Umfeld, das nicht nur Hilfe anbietet, sondern echte Veränderung ermöglicht – eine Grundlage dafür, dass Menschen ihre Situation selbstbestimmt annehmen und ihre Zukunft unabhängig gestalten können.

Vielen Dank für Ihre langjährige Unterstützung. Gemeinsam bauen wir ein tragfähiges Netzwerk gegen Drogenmissbrauch – mit und für die Menschen in Kapstadt.

Partnerorganisation: Masakhe-Foundation

*Namen wurden aufgrund der Persönlichkeitsrechte geändert.

 

Unsere Aktivitäten 2025 im Überblick

Vermittler:innen-Ausbildung: 54 Teilnehmende erhalten theoretisches und praktisches Wissen zu Suchterkennung, -aufklärung und -bekämpfung sowie zur Organisation und Durchführung von Beratungssitzungen, Interventionen und Präventionsveranstaltungen. Alle sollen bis Ende des Jahres ihren Abschluss erhalten.

Praktischer Einsatz: Mindestens 30 % der Absolvent:innen des Ausbildungsprogramms sollen bis Ende des Jahres bereits eigene Sitzungen zur Intervention oder Bewusstseinsschaffung durchgeführt haben.

Unterstützung von Familien: In den 4 Gemeinschaften Ocean View, Westridge, Lavender Hill und Tafelsig sollen wöchentlich spezielle Familienberatungssitzungen durchgeführt werden.

 

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