Zwei Brüder, eine Kuh und ein Stück Lebensfreude
Ilia und Anberg leben gemeinsam in einem ossetischen Dorf nahe der russischen Grenze. Der Alltag der beiden Brüder war lange von Unsicherheit geprägt. Einer von ihnen ist körperlich stark eingeschränkt, der andere übernimmt Gelegenheitsarbeiten und kümmert sich zugleich um seinen Bruder. Nach dem Tod ihrer Mutter mussten sie ihre einzige Kuh verkaufen – ein schwerer Einschnitt.
Mit einer Kuh und einer Melkmaschine verändert sich ihre Situation spürbar. Besonders wichtig: Der Bruder, der überwiegend zu Hause ist, kann die Melkmaschine selbst bedienen und die Versorgung sicherstellen. Die Kuh war trächtig und hat inzwischen ein Kalb geboren – ein sichtbares Zeichen für Wachstum und Zukunft.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen – einer der Brüder hat keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung – wächst mit dem Tierbestand auch die Zuversicht. Ilia bringt es auf den Punkt:
„Ihr habt uns nicht nur eine Einkommensquelle geschenkt, sondern uns auch ein Stück Lebensfreude zurückgegeben.“
Gela und „Trelle“ – neue Aufgaben geben Halt
Gela lebt allein, seit er seine Frau verloren hat. Seine Kinder unterstützen ihn, doch er möchte eigenständig bleiben. Gelegentliche Arbeit als Nachtwächter sichert ein kleines Einkommen, doch erst mit seiner Kuh „Trelle“ verändert sich sein Alltag grundlegend.
Die Versorgung des Tieres gibt Struktur und Sinn. Morgens und abends kümmert er sich um die Kuh, verarbeitet die Milch und nutzt sie für sich selbst oder teilt sie mit seiner Familie.
Besonders spürbar ist die Veränderung in seinem Auftreten: Gela lächelt wieder. Die Verantwortung für das Tier hat ihm neue Energie gegeben. Aus einer Phase der Trauer wächst ein Alltag, der wieder von Zuversicht geprägt ist – und in dem er auch seine Enkelkinder unterstützen kann.
Maria: Zwischen Fürsorge und neuen Herausforderungen
Für Maria bedeutet die Geflügelhaltung eine wichtige Stütze für ihre Familie. Mit Hühnern und einem Inkubator kann sie Eier und Küken aufziehen, die Ernährung verbessern und zusätzliches Einkommen erwirtschaften.
Doch der Alltag bringt auch Herausforderungen mit sich: Marder reißen immer wieder Hühner. Jeder Verlust trifft sie hart – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional.
Maria wünscht sich Unterstützung beim Bau eines stabilen Schutzzauns. Gleichzeitig zeigt sich hier, wie entscheidend begleitende Maßnahmen sind: Damit die Tiere langfristig geschützt bleiben, wird geprüft, wie solche Lösungen nachhaltig umgesetzt werden können – entweder durch Eigenleistung oder gezielte Unterstützung.
Zura: Verantwortung mit Blick auf die Gesundheit der Tiere
Auch Zura kümmert sich um Hühner und nutzt einen Inkubator zur Aufzucht. Die Grundlagen sind vorhanden, doch der Alltag erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit.
Die tierärztliche Betreuung selbst ist zwar kostenlos, doch notwendige Medikamente muss er eigenständig finanzieren. Gerade in Situationen, in denen Tiere krank werden, wird deutlich, wie wichtig neben der Grundausstattung auch finanzielle Spielräume sind, um schnell reagieren zu können.



