• Eine Schafsherde in dem Dorf Kogb.
  • Vor Ort wird der Bestand der Güter sowie die Anzahl der Tiere geprüft und protokolliert.
  • Holzkistenproduktion in Noyemberyan.
  • Ein Kleinhandwerker zertrennt Holz für die Herstellung von Holzkisten in Noyemberyan.
  • Die Anschaffung von Bienenkästen hat sich für einen Großteil der Bauern gelohnt.
  • Bienenwaben für dunklen Honig.
  • Bienenwaben für hellen Honig.
  • Friseursalon einer jungen Frau in Kogb.
  • Umgerechnet 50 Euro monatlich verdienen selbständige Friseurinnen in der Tawusch-Region. Das ist genug, um die Familie zu ernähren und Geld für die Bildung der Kinder zurückzulegen.
  • Einige Bauern haben sich auf die Hühnerhaltung spezialisiert.

Ernährung

Armenien: Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Vereins-Nachrichten

Die Region Tawusch liegt im Nordosten von Armenien und zählt zu seinen ärmsten Regionen. Ein Großteil der Menschen ist arbeitslos. Selbst mit einem guten Bildungsabschluss ist es schwierig eine Arbeitsstelle zu bekommen. Dazu kommt der Konflikt mit dem Nachbarland Aserbaidschan, der vor allem junge Menschen zu einem Wegzug bewegt. Diese unberechenbare Situation wirkt sich stark auf das Leben der Familien an der Landesgrenze aus: Die Frauen kämpfen zu Hause ums Überleben, die Männer an der Grenze oder auf der Suche nach Arbeit in Russland. Seit 2016 betreibt NAK-karitativ ein Einkommensförderungsprojekt für bedürftige Menschen in dieser Region. Da nun immer mehr Familien eingestiegen sind und meist erfolgreich mit geförderten Mikroprojekten wie Bienen,- Hühner oder Ziegenhaltung waren, wurde die Einkommensförderung nun um drei Jahre verlängert.

Zur Situation

Seit Oktober 2016 unterstützt NAK-karitativ mit der Einkommensförderung über 70 bedürftige Familien in der Tawusch-Region aus den Dörfern Noyemberyan, Koghb, Berdavan und Zorakan mit Nahrungsmitteln, Kinderkleidung und Schulmaterialien. Durch die Kleinwirtschaftsprojekte konnten auch Jugendgruppen im Bereich Näherei, Stickerei und in der Schmuckherstellung ausgebildet werden. Nach gut zwei Jahren hat sich gezeigt, dass sich vor allem die Tierhaltung von Schafen und Ziegen sowie die Bienenzucht als sehr profitabel für die Menschen erwiesen hat. Auch Kleingeschäfte wie Friseursalons zeigen positive Effekte für die Einkommens- und Lebenssituation, zumal diese Mikroprojekte keinen großen Vorschuss benötigen um initiiert zu werden. Aus diesem Grund soll zukünftig vor allem auf diese Businessaktivitäten gesetzt werden.

 
 

Maßnahmen

Das Einkommensförderungsprojekt entwickelt NAK-karitativ mit betroffenen Familien in der Tawusch-Region. Mithilfe der lokalen Partner werden mit den Familien zunächst Ideen entwickelt, wie sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten Einkommen erzielen können. Bei der Umsetzung werden sie finanziell und beratend unterstützt. Mittels Fragebögen und persönlicher Gespräche wird zunächst eine Bedarfsanalyse erstellt. In einigen Fällen bekommen die Teilnehmer eine Weiterbildung in Tätigkeiten wie dem Handwerk (Friseursalon, Schneider) oder Fertigkeiten in der Landwirtschaft (Nutztierhaltung, Vermarktung von Produkten) vermittelt. Danach bekommen sie als Vorschuss die notwendigen Güter (z.B. als Start 10 Schafe oder Ziegen) und werden 2 Jahre lang betreut.

 

Ein selbstbestimmtes Leben in Würde

In 2018 sind etwa 25 Familien zu den Mikroprojekten dazugekommen. Weitere 25 sind für 2019 und 2020 eingeplant. Der große Zulauf ist damit zu begründen, dass viele Familien mit den Mikroprojekten große Erfolge vorweisen können. Da ist zum Beispiel Mechita, ein Kleinbauer aus der Kleinstadt Noyemberyan. Mittels eines Mikrokredites konnte er eine Firma aufmachen, die sich auf den Bau und die Auslieferung von Holzkisten spezialisiert. Er ist nun so erfolgreich, dass er sogar 7 Angestellte beschäftigen kann, die etwa 2 US-Dollar (etwa 1.75 Euro) pro Stunde- für armenische Verhältnisse ein gutes Einkommen- verdienen.

Gevorg ist Ziegenhalter in Kogb, ist mit10 Schafen gestartet und konnte durch umsichtige Haltung den Bestand auf 20 erhöhen. Aus dem Verkauf kann er sich genügend Geld für Futtermittel und seine Familie zurücklegen. Am anderen Ende des Dorfes wohnt Mamyan, ein Bienenhalter. Er bekam als Starthilfe von NAK-karitativ 8 Bienenkästen gestellt. Bei unserem Besuch verkündete er stolz, dass er weit über 30 Kilogramm Honig herstellen und verkaufen konnte. Für einen Kilo bekam er ca. 4.500 Armenische Dram (etwa 8 Euro). Mit den Einnahmen kann er sich über den gesamten Winter finanzieren und sich sogar Geld für weitere Bienenkörbe zurücklegen.

 

Es gibt viele weitere Erfolgsgeschichten, die zeigen, dass Mikroprojekte bei guter Vorplanung und enger Absprache mit den lokalen Partnern vor Ort durchaus Erfolg haben können. Die vielen Neuanfragen betroffener Familien zeigen, wie wichtig Hilfsmaßnahmen in dieser Gegend sind. Die enge Kooperation der Kleinbauern untereinander in der Region und ihr Bemühen, das bestmögliche aus ihrem Startkapital zu ziehen, macht Hoffnung, dass sich die Situation in den Dörfern spürbar verbessern kann.

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Mit 800 Euro finanzieren Sie die Ausbildung zur Friseurin für vier Frauen.

Mit 500 Euro beschaffen Sie das Material für den Start in die Selbstständigkeit mit einem Salon für Pediküre und Maniküre.

Mit 160 Euro kaufen Sie ein zwei Schafe für die Existenzsicherung einer Familie.

Mit 40 Euro zahlen Sie einer Friseurin die erste Monatsmiete eines Friseursalons für den Start in die Selbstständigkeit.

Mit 25 Euro kaufen Sie drei Hühner für die Familien.

MEHR INFORMATIONEN ZU DIESEM PROJEKT

Immer wieder kommt es in der armenischen Region Tawusch zu kriegerischen Auseinandersetzun-gen und Angriffen von Scharfschützen. Tawusch befindet sich im Nordosten Armeniens an der Grenze zu Aserbaidschan. Seit dem Zerfall der Sowjetunion kämpfen die beiden Länder um die Region Bergkarabach. Diese unberechenbare Situation wirkt sich stark auf das Leben der Familien an der Landesgrenze aus. Die Frauen kämpfen zu Hause ums Überleben, die Männer an der Grenze oder auf der Suche nach Arbeit in Russland. Ein Einkommensförderungsprojekt soll bedürftige Familien, vor allem alleinstehende Frauen mit Kindern und junge Männer, die alleine drei Generationen zu er-nähren haben, stärken.
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