• Symbolbild aus einem unserer Ernährungs-Projekte mit Tröpfchenbewässerung in Kenia

Kenia: Baringo's Grüne Gärten gegen die Dürre

Ernährung

Wenn die Erde aufreißt und Regen zur Seltenheit wird, geraten ganze Lebensgrundlagen ins Wanken. Im kenianischen Baringo County ist das für viele Familien bittere Realität: Wasserstellen versiegen, Vieh verendet und Ernten fallen aus. Mit einer zuverlässigen Wasserversorgung, nachhaltiger Landwirtschaft und neuen Einkommensmöglichkeiten wollen wir die Lebensgrundlagen der Menschen in acht Dörfern und vier Schulen langfristig sichern und sie für kommende Dürreperioden stärken.

Wenn Wasser fehlt, steht das Leben still

Für viele Familien in Baringo Nord und Baringo Süd beginnt die Herausforderung lange vor dem Frühstück. Wasser ist knapp. Häufig müssen Menschen weite Wege zurücklegen, um überhaupt eine Wasserquelle zu erreichen. Während Dürreperioden trocknen viele Gewässer aus, Vieh findet weder Wasser noch ausreichend Futter, und Felder bleiben unbestellt. 

Die meisten Haushalte leben von Viehzucht und kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Doch unregelmäßige Niederschläge und immer längere Trockenzeiten machen beides zunehmend unsicher. Wenn Tiere verenden und Ernten ausfallen, fehlt Familien nicht nur Nahrung, sondern auch Einkommen. Besonders Kinder leiden darunter: Hunger und Wassermangel führen immer wieder dazu, dass der Schulbesuch unterbrochen wird. Mädchen sind davon häufig besonders betroffen, weil sie oft für das Wasserholen verantwortlich sind.

Grüne Gärten in trockenem Land

Wasser ist der Schlüssel für nahezu jede Veränderung in Baringo. Deshalb werden in Baringo vier solarbetriebene Bohrbrunnen an Schulen errichtet, die acht umliegende Dörfer und die vier Schulen selbst zuverlässig mit sauberem Wasser versorgen. Gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften entstehen Wassernutzungskomitees, die Verantwortung für Betrieb, Wartung und die langfristige Sicherung der Anlagen übernehmen. 

Doch die neuen Wasserstellen bedeuten weit mehr als eine zuverlässige Wasserversorgung. Rund um die Brunnen entstehen 16 Gemeinschaftsgärten und 4 Schulgärten, die dank wassersparender Tröpfchenbewässerung auch während trockener Zeiten bewirtschaftet werden können. Acht Frauen- und acht Jugendgruppen sowie vier Schulen bauen dort Gemüse an, das die Ernährung von Familien verbessert und die Schulverpflegung bereichert. Begleitende Schulungen vermitteln Wissen über nachhaltigen Anbau, Gesundheit und ausgewogene Ernährung. Gleichzeitig eröffnen die Gärten neue Einkommensmöglichkeiten und stärken das Gemeinschaftsleben. So wächst zwischen Tomaten, Grünkohl und Bohnen nicht nur frisches Gemüse, sondern auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 

Besonders Frauen profitieren von diesen Veränderungen. In vielen Haushalten tragen sie die Verantwortung für die Wasserversorgung, die Ernährung und das Wohlergehen der Familie. Wenn Wasser knapp ist, müssen Frauen und Mädchen oft kilometerweite Wege zurücklegen, um Kanister zu füllen. Für viele Mädchen bedeutet das wertvolle verlorene Unterrichtszeit. Die neuen Wasserstellen verringern diese Belastung spürbar. Gleichzeitig bieten die Gemeinschaftsgärten Frauen die Möglichkeit, eigenes Einkommen zu erwirtschaften, sich in Spargruppen zu organisieren und ihre Rolle innerhalb der Gemeinschaft zu stärken. Aus sauberem Wasser entstehen so neue Perspektiven: für bessere Ernährung, mehr Bildungschancen und ein selbstbestimmteres Leben.

Starke Ziegen Herden, starke Gemeinschaften

Für viele Familien sind Ziegen und anderes Vieh weit mehr als Nutztiere. Sie stehen für Sicherheit, Einkommen und Zukunftsperspektiven. Wiederkehrende Dürren haben jedoch zahlreiche Herden stark dezimiert. Deshalb erhalten ausgewählte Gemeinschaftsgruppen insgesamt 200 dürreresistente Gala-Ziegen. Ergänzend werden 10 Acres Weideflächen wiederhergestellt und nachhaltige Methoden des Weidemanagements vermittelt. 

Indem sich die Verfügbarkeit von Futter verbessert und die Tierhaltung widerstandsfähiger wird, können Familien ihre Existenzgrundlage schrittweise festigen. Weniger Viehverluste bedeuten mehr Stabilität und geringeren Druck, auf der Suche nach Weideland weite Wanderungen unternehmen zu müssen. 

Wurzeln für die Zukunft

Das Vorhaben setzt bewusst auf langfristige Veränderungen. Wasserkomitees verwalten die Infrastruktur eigenständig, Gemeinschaftsgruppen bauen ihre Spar- und Einkommensaktivitäten aus, Schulen tragen Wissen an die nächste Generation weiter. Gleichzeitig stärken regelmäßige Austauschtreffen die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und lokalen Behörden.

So entsteht mehr als neue Infrastruktur. Es entstehen Fähigkeiten, Vertrauen und gemeinschaftliche Verantwortung. Für die Menschen in Baringo bedeutet das die Chance, auch in Zeiten der Dürre ihre Zukunft selbstbewusst zu gestalten. Ziel ist es, die Widerstandskraft von 8.000 direkt erreichten Menschen zu stärken und langfristig positive Impulse für die gesamte Region zu setzen.

Finanzierung: Das Projekt wird zu 75 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Implementierung: Das Projekt setzen wir gemeinsam mit dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche in Kenia KUMEA um. 

 

Unsere Aktivitäten im Überblick

  • Wasserversorgung: 4 solarbetriebene Bohrbrunnen versorgen 8 Dörfer und 4 Schulen mit sauberem Wasser. 
  • Gemüseanbau: 20 Gemeinschafts- und Schulgärten entstehen mit wassersparender Tröpfchenbewässerung. 
  • Aufforstung: 10.000 Baumsetzlinge verbessern die Vegetationsdecke und schützen Böden.
  • Tierhaltung: 200 dürreresistente Gala-Ziegen unterstützen Familien beim Wiederaufbau ihrer Herden.
  • Weidemanagement: 10 Acres Weideland werden entwickelt, um Futterreserven für Trockenzeiten zu schaffen.
Spendenstichwort:
Baringo Gärten

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