• Treffen einer Spargruppe in Petauke (früheres Projekt in Sambia)
  • Die Musassa Spargruppe zählt die Beiträge der einzelnen Mitglieder.
  • Die Musassa Spargruppe dokumentiert die Beiträge der einzelnen Mitglieder.

Sambia: Gemeinsam Stark durch Spargruppen

Ernährung

In vielen sambischen Haushalten sichern Frauen den Alltag und behalten Ausgaben im Blick, während grundlegende finanzielle Entscheidungen oft nicht bei ihnen liegen. Unregelmäßige Einkünfte und fehlende Rücklagen machen es schwer, vorauszuplanen – unerwartete Ausgaben bringen Familien schnell in eine angespannte Lage. 30 Spargruppen schaffen im Westen Sambias mehr Verlässlichkeit: Frauen legen regelmäßig kleine Beträge zurück und bauen so gemeinsam ein finanzielles Polster auf. Gleichzeitig entsteht ein eigener Handlungsspielraum – denn über die Nutzung der Ersparnisse wird in der Gruppe gemeinsam, transparent und verbindlich entschieden.

Spargruppen als verlässlicher Rahmen

In den westlichen Distrikten Sambias – Mongu, Kalabo, Kaoma, Limulunga und Sioma – entstehen neue Wege, die wirtschaftliche Situation nachhaltig zu verbessern. Insgesamt 450 Haushalte mit rund 2.250 Menschen, davon etwa 70 % Frauen, schließen sich zu Spargruppen zusammen.

Diese Gruppen schaffen einen festen, transparenten Rahmen, in dem ihre Mitglieder regelmäßig kleine Beträge zurücklegen. Eigenständig bilden sie sich in Dorfgemeinschaften oder Nachbarschaften, in denen Vertrauen bereits gewachsen ist. Sie stehen Frauen und Männern gleichermaßen offen – und werden doch häufig von Frauen getragen, weil sich hier für viele erstmals eigene finanzielle Möglichkeiten eröffnen.

Aus den regelmäßigen Beiträgen entsteht Schritt für Schritt ein gemeinsames finanzielles Polster, das bei Bedarf genutzt werden kann – etwa für Investitionen oder dringend notwendige Ausgaben. Die Entscheidungen darüber trifft die Gruppe gemeinsam, nachvollziehbar und verbindlich.

Insgesamt entstehen so 30 eigenständig arbeitende Spargruppen. Sie vertreten die Interessen ihrer Mitglieder und schaffen die Grundlage für kleine Einkommensaktivitäten – beispielsweise durch interne Darlehen für erste Geschäftsideen. Unterstützt werden sie von engagierten Gemeindemitgliedern, die ihr Wissen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergeben.

Gerade für Frauen bedeutet das einen wichtigen Schritt: Sie bringen sich aktiv in finanzielle Entscheidungen ein, übernehmen Verantwortung und gewinnen zunehmend Sicherheit im Umgang mit Geld.

Finanzbildung als Grundlage

Damit die Gruppen langfristig stabil arbeiten, begleiten geschulte Field Officer die Mitglieder von Beginn an. Sie führen in klare Abläufe ein, unterstützen bei der Organisation und vermitteln die Grundlagen für ein transparentes und verlässliches Miteinander. Gleichzeitig legt jede Gruppe ihre eigenen Regeln fest: Wieviel ist der monatliche Mindestsparbetrag eines Mitglieds? Wie hoch sind Strafzahlungen, wenn ein Mitglied zu spät zu einem monatlichen Meeting erscheint? In welcher Höhe können Kredite an einzelne Mitglieder vergeben werden?

Ergänzende Schulungen greifen konkrete Alltagssituationen auf. Sie zeigen, wie Einnahmen und Ausgaben besser geplant, kleine Beträge gezielt eingesetzt und Rücklagen aufgebaut werden können – auch mit Blick auf unerwartete Herausforderungen.

Dieses Wissen wirkt unmittelbar: Ausgaben werden bewusster abgewogen, Investitionen möglich und finanzielle Entscheidungen nachvollziehbarer. Die Spargruppen werden so zu Orten, an denen nicht nur Geld wächst, sondern auch Vertrauen, Erfahrung und gegenseitige Unterstützung.

Gleichzeitig werden traditionelle Autoritäten und Gemeindemitglieder in den Austausch einbezogen. Das stärkt das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit – und Frauen erfahren zunehmend Unterstützung in ihrer Rolle als wirtschaftlich aktive und verantwortungsvolle Mitglieder der Gemeinschaft.

Vom Sparen zur gemeinsamen Perspektive

Mit der Zeit entwickeln sich viele Gruppen weiter. Wenn Abläufe etabliert und Vertrauen gewachsen sind, schließen sich einige als Genossenschaften zusammen.

Insgesamt entstehen 15 registrierte Genossenschaften, die die Interessen ihrer Mitglieder vertreten und gemeinsame wirtschaftliche Aktivitäten aufbauen. Als formale Zusammenschlüsse können sie staatliche Förderangebote nutzen, etwa kleine Kredite, um gemeinsame Geschäftsideen umzusetzen.

So entstehen neue Einkommensquellen – getragen von Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und dem gewachsenen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Für die beteiligten Haushalte bedeutet das langfristig bessere Lebensbedingungen und mehr wirtschaftliche Stabilität.

Finanzierung: Das Projekt wird zu 75 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Implementierung: Das Projekt setzen wir gemeinsam mit dem Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche in Sambia NACRO (New Apostolic Church Relief Organisation) um. 

Weitere Informationen zu unserem Prinzip der Spargruppen finden Sie auf: https://www.nak-karitativ.de/spargruppen

 

Unsere Aktivitäten im Überblick

  • Spargruppen stärken: 30 selbstorganisierte Gruppen sparen regelmäßig, verwalten ihre Mittel gemeinsam und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder.
  • Finanzwissen & Begleitung: Field Officer und gemeindebasierte Trainer vermitteln praxisnahes Wissen zu Finanzplanung, Ausgaben und kleinen Einkommensmöglichkeiten und begleiten die Gruppen langfristig.
  • Frauen & Gemeinschaft stärken: Frauen übernehmen mehr Verantwortung, erweitern ihren Handlungsspielraum und Gemeinden engagieren sich zunehmend für Geschlechtergerechtigkeit.
  • Perspektiven ausbauen: 15 Genossenschaften entwickeln gemeinsame Geschäftsmodelle und nutzen staatliche Kleinkredite, um nachhaltige Einkommensquellen aufzubauen.
Spendenstichwort:
WOYES Spargruppen

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