Sambia: Ein Jahr Freiwilligendienst in Sambia!

Bildung

Mein Name ist Stephanie Beetz und ich habe von September 2018 bis August 2019 meinen weltwärts-Freiwilligendienst in Sambia absolviert. Kurz vor der Ausreise hatte ich gerade mein Bachelorstudium beendet und mich entschieden, einen Sprung ins Ungewisse zu wagen. Denn bereits vor drei Jahren hatte ich in der Zeitschrift „Unsere Familie“ eine Anzeige über diesen Freiwilligendienst in Sambia gelesen. Mein Interesse wurde geweckt und seitdem stand für mich fest, mich ebenfalls für dieses Programm zu bewerben. Mir war es nicht nur wichtig Erfahrungen im Ausland zu sammeln, sondern auch etwas Sinnvolles zu tun, vor allem aber um zu lernen und in einem Land fernab unserer westlichen Gesellschaft zu leben.

"Muli Bwanji!"

Daher hatte es mich für ein Jahr nach Lusaka, der Hauptstadt Sambias, verschlagen, wo ich bei NACRO (New Apostolic Church Relief Organisation), der Partnerorganisation von NAK-karitativ, gearbeitet habe. Als die Abreise näher rückte, wuchsen Aufregung und Neugierde. Ich stellte mir die Frage, wie mein Arbeitsalltag aussehen wird, in welcher Umgebung ich leben werde und wie sich mein neues, persönliches Umfeld gestaltet. Ich freute mich schon sehr darauf die Landesküche Sambias kennenzulernen und war sehr neugierig auf meine Arbeitskollegen.

 

Eine Besonderheit, die mir gleich zu Beginn in Sambia auffiel, war die Art und Weise wie sich die Menschen gegenseitig begrüßen. Es ist nicht nur selbstverständlich, sich mit einem „Hello“ oder „Muli Bwanji“ (Nyanja, eine der Landessprachen Sambias) zu grüßen, sondern auch direkt und immer nachzufragen, wie es dem Gegenüber geht.

 

Bei NACRO gestalteten sich meine Aufgaben sehr vielseitig. Besonders gut hat es mir gefallen, Einblicke in die verschiedenen Projekte zu erhalten und diese innerhalb des Landes zu besuchen. Die Arbeit einer kirchlichen Nichtregierungsorganisation auf diese Art kennenzulernen war etwas ganz Besonderes für mich. Dabei denke ich vor allem gerne an die Besuche der Saving-Groups zurück, von denen es einige in den ländlicheren Gebieten Sambias gibt. Dies ist ein Zusammenschluss mehrerer Menschen, hauptsächlich Frauen, die sich in kleinen Spar- und Investitionsgruppen organisieren und somit unabhängig von Banken und Kreditinstituten gemeinsame Sparmaßnahmen ergreifen können. Das ersparte Geld ermöglicht den Mitgliedern beispielsweise ein kleines Gewerbe aufzubauen oder in landwirtschaftliche Tätigkeiten zu investieren und trägt zur Sicherung ihrer Existenz bei.

Graceland Chisanga Mission Health Centre

Das Graceland Chisanga Mission Health Centre ist ein Projekt, welches mir stark in Erinnerung geblieben ist. Das Krankenhaus befindet sich in einer ländlichen Gegend Sambias und bildet die einzige Gesundheitsversorgung in einem Umkreis von 70 Kilometern. Dort erhalten Patienten eine kostenlose medizinische Versorgung, was in Sambia nicht immer selbstverständlich ist. Da es keine Krankenversicherungen gibt, müssen die Menschen selbst für ihren Besuch beim Arzt zahlen, was viele vor finanzielle Herausforderungen stellt. Medikamente, Untersuchungen und Tests sind im Graceland Chisanga Mission Health Centre kostenfrei. Während des Projektbesuches habe ich bei Angela gewohnt, die als Krankenschwester dort angestellt ist und direkt auf dem Gelände lebt. Auch die anderen Mitarbeiter lebten mit ihren Familien zum Großteil dort. Wir haben nicht nur zusammengearbeitet, sondern ließen nach Feierabend oft den Tag gemeinsam ausklingen. Nach dem Abendessen kamen wir häufig zusammen, tanzten, trieben Sport oder führten angeregte Gespräche. Dank Angela und dem freundschaftlichen Verhältnis zu unseren Nachbarn konnte ich einen privaten Einblick in die sambische Kultur und Lebensweise gewinnen. Durch eine schwach ausgeprägte Infrastruktur und wenig Einkaufsmöglichkeiten, sind Bewohner der ländlichen Gegend darauf angewiesen, selbst ihre Nahrung aus der Landwirtschaft zu beziehen. Nur selten fährt man in die nächstgrößere Stadt, um weitere Besorgungen zu erledigen.

 

In dem Krankenhaus wurde ich u.a. darin eingearbeitet, wie man Medikamente richtig austeilt. Nach einer gewissen Zeit bekam ich die Erlaubnis, unter Aufsicht Malaria- sowie HIV-Tests durchzuführen. Zudem durfte ich bei Gruppengesprächen zur Familienplanung und der Versorgung von Kleinkindern dabei sein. Die Patienten begegneten mir mit Offenheit und Neugier. Allerdings war es oft schwierig, längere Gespräche zu führen, da ich des Bemba, der regionalen Sprache, nicht allzu mächtig war und Englisch in ländlichen Gebieten seltener gesprochen wird. Beeindruckt hat mich vor allem die Versorgung der Schwangeren sowie die Entbindungsstation. Kulturelle Unterschiede waren hier für mich besonders gut erkennbar: Es ist beispielsweise üblich, dass die werdenden Väter bei der Entbindung ihres Kindes nicht dabei sind. Oft kommen die Frauen allein oder in Begleitung einer Schwester oder ihrer Mutter in die Klinik. Die Väter bleiben zu Hause und warten dort auf die Ankunft des neuen Familienmitgliedes.

 

Die Schwangeren sind mir mit einer ungeheuren Stärke begegnet. Einige von ihnen waren zuvor unter Wehen mehrere Kilometer bis zum Krankenhaus gelaufen. Unter einfachen Bedingungen erblickten die Kinder gesund das Licht der Welt. Ein Ereignis, dass mich bis sehr berührt hat, war die Begegnung mit einer Mutter und ihrem frisch entbundenen Säugling. Ich durfte die Geburt ihres Kindes miterleben. Obwohl wir uns kaum verständigen konnten, bat sie mich darum, ihrem Sohn einen Namen zu geben. Das empfand ich als besondere Ehre. Eine gute medizinische Versorgung halten wir in Deutschland für selbstverständlich. Durch die Mitarbeit im Health Centre ist mir bewusst geworden, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem ist.

Taschen mit wertvollen Erfahrungen und Freundschaften!

Auf dem Weg nach Deutschland war mein Gepäck nicht nur in physischer Hinsicht überfüllt: Mit vielen prägenden Erfahrungen, tiefen Freundschaften und wertvollen Begegnungen kam ich wieder hier an. Die Mitarbeit in den Projekten von NACRO hat es mir ermöglicht, das Land mit seinen vielen unterschiedlichen Facetten kennenzulernen und ich bin stolz, dass ich dort für ein Jahr mitwirken durfte. Ich konnte von Menschen lernen, deren Leben sich stark von meinem unterscheidet und blicke voller Dankbarkeit auf dieses Jahr zurück.

Projektnummer: DA012
Projekt-Kennwort: weltwärts-Freiwilligendienst

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